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31. Juli 2019 · 4 Min. Lesezeit

Tomaten werden nicht rot? Die 5 häufigsten Ursachen — und was jetzt hilft

Grüne Tomaten trotz Sommer? In den meisten Fällen liegt es an der Temperatur, nicht am Licht. Hier findest du die 5 häufigsten Ursachen — und was du heute noch tun kannst.

Tomaten werden nicht rot? Die 5 häufigsten Ursachen — und was jetzt hilft

Deine Tomaten hängen prall an der Pflanze, der Sommer läuft — und trotzdem bleibt alles grün? Die Kurzantwort vorweg: Meistens ist die Temperatur der Grund, nicht das Licht. Tomaten reifen am besten zwischen 18 und 24 Grad. Wird es dauerhaft heißer als 30 Grad oder kühler als 16 Grad, bremst die Pflanze die Produktion des roten Farbstoffs aus — und die Früchte färben sich nicht rot, egal wie viel Sonne sie abbekommen.

Welche der fünf häufigsten Ursachen bei dir zutrifft, findest du in zwei Minuten heraus.

Info: Lycopin Der rote Farbstoff der Tomate heißt Lycopin. Die Pflanze bildet ihn nur in einem bestimmten Temperaturfenster — die Temperatur ist dabei klar der Hauptfaktor, Licht wirkt höchstens als Nebenrolle mit. Deshalb reifen Tomaten sogar im dunklen Küchenschrank nach, aber nicht bei 35 Grad im Gewächshaus.

Ursache 1: Es ist zu heiß — gerade im Gewächshaus

Klingt paradox: Ausgerechnet im Hochsommer, wenn du sehnsüchtig auf rote Früchte wartest, legt die Tomate eine Reifepause ein. Ab etwa 30 Grad bremst sie die Lycopin-Bildung stark, ab 32 bis 35 Grad kommt sie fast völlig zum Erliegen. Die Früchte werden dann nicht rot, sondern bleiben blass oder gelblich-orange. Im Gewächshaus ist diese Marke schnell erreicht — und pralle Sonne verschärft das noch, weil sie die Fruchtoberfläche zusätzlich aufheizt.

Das hilft: tagsüber konsequent lüften, Türen und Fenster offen lassen, bei Hitzewellen schattieren (ein altes Bettlaken über dem First reicht). Im Freiland: abwarten — sobald die Hitzeperiode vorbei ist, färben die Früchte innerhalb weniger Tage um.

Ursache 2: Es ist zu kühl

Ab Spätsommer kippt das Problem ins Gegenteil. Sinken die Nächte dauerhaft unter etwa 16 Grad, verlangsamt sich die Reifung deutlich — unter zehn Grad passiert fast nichts mehr. Deshalb hängen im September oft noch kiloweise grüne Früchte an gesunden Pflanzen.

Das hilft: Kübelpflanzen an die warme Hauswand rücken, im Gewächshaus nachts Türen schließen. Und ab Ende August gilt: siehe Ursache 4.

Ursache 3: Die Nährstoffe stimmen nicht

Tomaten sind Starkzehrer — sie brauchen über die ganze Saison reichlich Nachschub. Für die Reife ist vor allem Kalium wichtig. Ein Übermaß an Stickstoff bewirkt das Gegenteil: Die Pflanze steckt ihre Energie in üppiges Blattwerk statt in die Früchte. Wenn deine Pflanze riesig und tiefgrün ist, aber wenig reife Früchte trägt, hast du vermutlich zu gut gemeint gedüngt.

Das hilft: organisch und gleichmäßig düngen statt in Stößen. Unser Bio-Klee-Dünger gibt seine Nährstoffe langsam ab — die Pflanze holt sich, was sie braucht, überdüngen ist praktisch unmöglich. Wer den Boden gleich dauerhaft aufbauen will, kombiniert ihn mit Wurmhumus oder Terra Preta.

Ursache 4: Die Pflanze hat schlicht zu viel zu tun

Jede Blüte, jeder Seitentrieb und jedes Blatt kostet Energie — Energie, die dann beim Ausreifen der vorhandenen Früchte fehlt.

Das hilft (bei Stabtomaten): regelmäßig ausgeizen, also die Seitentriebe in den Blattachseln entfernen. Ab Ende August zusätzlich die Triebspitze kappen und neue Blütenstände entfernen — die würden ohnehin nicht mehr ausreifen. So lenkst du die ganze Kraft in die Früchte, die schon an der Pflanze hängen. Busch- und Balkontomaten lässt du dagegen wachsen wie sie wollen — die brauchen ihre Seitentriebe für die Ernte.

Ursache 5: Deine Tomate soll gar nicht rot werden

Die einfachste Ursache zum Schluss — und eine, an die kaum jemand denkt: Nicht jede Tomate wird rot. Sorten wie „Green Zebra" oder „Evergreen" bleiben reif grün, andere reifen gelb, orange oder fast schwarz ab. Wer eine solche Sorte im Beet hat, wartet auf ein Rot, das nie kommt.

Das hilft: ein Blick auf die Sortenbeschreibung. Reife erkennst du bei diesen Sorten daran, dass die Früchte auf leichten Daumendruck etwas nachgeben.

Saisonende: So reifen grüne Tomaten in der Wohnung nach

Wenn im Oktober die ersten Fröste drohen, musst du keine einzige Tomate verschenken. Pflücke die grünen Früchte und lege sie an einen warmen Ort — ob hell oder dunkel spielt keine Rolle, nur pralle Sonne solltest du meiden (die heizt auf und lässt die Früchte faulen). Entscheidend ist die Temperatur: Ideal sind 18 bis 22 Grad. Ein Apfel daneben beschleunigt die Sache spürbar.

Info: Ethylen Äpfel verströmen das Reifegas Ethylen. Es signalisiert Früchten in der Nähe: Zeit, reif zu werden. Eine Tüte oder ein Karton mit Apfel und grünen Tomaten wirkt wie eine kleine Reifekammer.

Nach ein bis zwei Wochen liegen dann rote Tomaten in der Küche — aus eigenem Anbau, bis weit in den Herbst. Worauf wartest du? Fühl doch gleich mal nach, wie warm es deinen Tomaten gerade ist.

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Geschrieben von Rankwerk