In den heißen, trockenen Sommern der letzten Jahre haben viele Gartenbäume gelitten. Die Bayerische Gartenakademie beobachtete, dass Spitzahorn und Bergahorn große Schäden zeigten, während der heimische Feldahorn meist stabil blieb (LWG 2017). In Städten ist der Stress noch größer. Dort kann es acht bis zehn Grad wärmer sein als im Umland, und rund 70 Prozent der deutschen Straßenbäume gehören zu nur sechs Baumarten oder Gattungen, die inzwischen alle mit mehreren Krankheiten oder Schädlingen kämpfen (LWG 2019).
Wer heute einen Baum pflanzt, pflanzt ihn für das Klima der nächsten Jahrzehnte. Mehrere Forschungsprojekte haben untersucht, welche Arten mit Hitze, Trockenheit und Frost zurechtkommen. Viele davon passen in einen Hausgarten.
Was ist ein Klimabaum?
Klimabaum ist ein Sammelbegriff für Baumarten, die mit den Bedingungen des Klimawandels voraussichtlich gut zurechtkommen. Als wichtigste Eigenschaften gelten die Toleranz gegenüber Hitze sowie gegenüber trockener Luft und trockenem Boden, dazu eine ausreichende Winterhärte (LWG 2019).
Trockenresistenz allein genügt für eine gute Wahl nicht. Als weiteres wichtiges Kriterium nennt die Fachliteratur die Sturmfestigkeit (Wegmann 2009), für den Garten zählen außerdem Wuchsgröße, Anfälligkeit für Krankheiten und die Ansprüche an den Boden. Und der Standort entscheidet mit: Ein Baum, der auf einem tiefgründigen Lehmboden gut gedeiht, kann auf einem flachgründigen Sandboden kümmern.
Heimische Arten bleiben die Grundlage. Viele spezialisierte Insekten sind auf heimische Pflanzen angewiesen (NABU Baden-Württemberg o. J.). Unter den heimischen Bäumen gibt es zahlreiche, die Trockenheit gut vertragen: Feldahorn, Traubeneiche, Winterlinde, Hängebirke, Vogelkirsche oder Mehlbeere. Arten aus Südosteuropa, wo heute schon ein Klima herrscht, wie es für Deutschland in den nächsten Jahrzehnten erwartet wird, ergänzen die Auswahl (LWG 2019).
Woher die Empfehlungen stammen
Die LWG hat 2019 die wichtigsten Versuche und Empfehlungslisten zu Klimabäumen zusammengeführt (LWG 2019). Die Grundlagen stellen wir dir hier vor, damit du Empfehlungen einordnen kannst.
Stadtgrün 2021: der Praxistest der LWG
Im Projekt „Stadtgrün 2021“ hat die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) von 2009 bis 2021 insgesamt 30 Baumarten an drei bayerischen Standorten gepflanzt und beobachtet (LWG 2019). Die Standorte decken unterschiedliche Klimaextreme ab: das trocken-heiße Würzburg, das frostig-kalte Hof/Münchberg und das niederschlagsreiche Kempten im Allgäu. Eine vorläufige Bestenliste aus dem Projekt zeigt, welche Arten an welchem Standort überzeugt haben (LWG 2019):
| Würzburg (heiß, trocken) | Hof/Münchberg (kalt) | Kempten (regenreich) |
|---|---|---|
| Purpur-Erle | Purpur-Erle | Purpur-Erle |
| Hainbuche „Frans Fontaine“ | Blumenesche | Blumenesche |
| Amberbaum | Rot-Esche „Summit“ | Rot-Esche „Summit“ |
| Hopfenbuche | Amberbaum | Gleditschie „Skyline“ |
| Zerreiche | Kobushi-Magnolie | Schnurbaum „Regent“ |
| Ungarische Eiche „Trump“ | Eisenholzbaum | Ulme „Lobel“ |
| Silberlinde „Brabant“ | Schnurbaum „Regent“ | |
| Ulme „Lobel“ | Ulme „Lobel“ |
Purpur-Erle und die Ulmensorte „Lobel“ haben an allen drei Standorten überzeugt. Die Ulmenkrankheit hat die Ulmen vielerorts stark dezimiert; die neuen, weniger anfälligen Selektionen vertragen Hitze und Trockenheit gut und zeigen gutes Wachstum (LWG 2017).
Die Klima-Arten-Matrix nach Roloff
Andreas Roloff, Stephan Bonn und Sten Gillner von der TU Dresden haben 2008 über 250 Gehölzarten, die in mitteleuropäischen Städten, Parks und Gärten wachsen, anhand der vorhandenen Fachliteratur bewertet. Ihre Klima-Arten-Matrix, kurz KLAM, stuft jede Art nach zwei Kriterien in je vier Stufen ein: Trockenstresstoleranz und Winterhärte. Daraus ergeben sich 16 Kategorien, von 1.1 für die am besten geeigneten Arten bis 4.4 für Arten, die nur eingeschränkt verwendbar sind (Roloff, Bonn & Gillner 2008). Die erste Ziffer steht für die Trockentoleranz, die zweite für die Winterhärte.
In die beste Kategorie 1.1 fallen unter anderem Feldahorn, Hopfenbuche, Vogelkirsche, Waldkiefer, Mehlbeere, Kornelkirsche und die heimische Felsenbirne. Elsbeere, Speierling, Silberlinde, Zerreiche, Ungarische Eiche, Gleditschie und Schnurbaum stehen in 1.2, also mit bester Trockentoleranz und guter Winterhärte. Spitzahorn, Hainbuche, Winterlinde, Hängebirke und Purpur-Erle landen in 2.1, der Amberbaum in 2.3. Der Bergahorn steht in 4.1, er gilt also als wenig trockentolerant (Roloff, Bonn & Gillner 2008).
Die GALK-Straßenbaumliste
Die Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) führt eine Liste mit Bäumen, die sich an Straßen bewährt haben oder dort getestet werden. Seit 2005 läuft ergänzend der Straßenbaumtest 2, an dem sich elf deutsche Städte und Wien beteiligen (LWG 2019). Für den Hausgarten ist die Liste wertvoll, weil sie für jede Art und Sorte Höhe und Kronenbreite angibt und die Eignung bewertet (GALK 2026). Ein Baum, der an einer heißen, versiegelten Straße besteht, bringt gute Voraussetzungen für den Garten mit.
Waldbäume für trockene Standorte
Für Waldbäume haben Andreas Roloff und Britt Grundmann von der TU Dresden 47 Baumarten auf Grundlage von 36 Studien nach Trockenresistenz und Frosthärte bewertet. Für trockene und stark trockene Böden stufen sie Waldkiefer, Traubeneiche, Spitzahorn, Feldahorn, Hainbuche, Winterlinde, Hängebirke und Vogelkirsche in die beste Klasse ein. In der zweitbesten Klasse stehen Lärche, Stieleiche, Bergahorn, Sommerlinde und Walnuss. Die Rotbuche verträgt Trockenheit nur bedingt, die Fichte ist für trockene Standorte ungeeignet (Wegmann 2009). Weißtanne und Douglasie eignen sich zusätzlich für mäßig trockene Waldstandorte (Wegmann 2009).
Die Ergebnisse gelten für Wälder in Tieflagen bis mittleren Berglagen (Wegmann 2009). Im Garten und in der Stadt können dieselben Arten anders abschneiden. Der Spitzahorn ist dafür ein Beispiel. Im Wald steht er in der besten Klasse, in Gärten und Städten hatte er in den Hitzesommern große Probleme mit Trockenstress, Stammrissen und Pilzkrankheiten (LWG 2017; LWG 2019). Ähnlich beim Bergahorn, der im Wald als gut geeignet gilt und in der Stadtbaum-Matrix weit hinten steht.
Die besten Klimabäume für deinen Garten
Die folgende Auswahl verbindet die Ergebnisse aus Stadtgrün 2021, der Klima-Arten-Matrix und der GALK-Liste. Höhe und Breite stammen aus der GALK-Straßenbaumliste; Werte in Klammern erreichen die Bäume an günstigen Standorten (GALK 2026).
| Baum | Höhe in m | Breite in m | heimisch | Eignung |
|---|---|---|---|---|
| Kornelkirsche (Cornus mas) | 5 bis 6 (8) | 3 bis 5 | ja | KLAM 1.1 |
| Felsenbirne „Robin Hill“ (Amelanchier arborea) | 6 bis 8 | 3 bis 5 | nein | GALK geeignet |
| Blumenesche „Mecsek“ (Fraxinus ornus) | 5 bis 6 | 3 bis 4 | nein | GALK geeignet mit Einschränkungen |
| Zierapfel (Malus) | 4 bis 12 | 2 bis 6 | nein | GALK geeignet mit Einschränkungen |
| Eisenholzbaum (Parrotia persica) | 6 bis 10 (12) | 5 bis 10 | nein | Stadtgrün 2021 |
| Mehlbeere (Sorbus aria) | 6 bis 12 (18) | 4 bis 7 (12) | ja | KLAM 1.1 |
| Feldahorn „Elsrijk“ (Acer campestre) | 6 bis 12 (15) | 4 bis 6 | ja | KLAM 1.1, GALK geeignet |
| Blumenesche (Fraxinus ornus) | 8 bis 12 (15) | 6 bis 8 (10) | nein | Stadtgrün 2021, GALK geeignet |
| Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia) | 10 bis 15 (20) | 8 bis 12 | nein | KLAM 1.1, Stadtgrün 2021 |
| Purpur-Erle (Alnus × spaethii) | 12 bis 15 | 8 bis 10 | nein | Stadtgrün 2021, GALK gut geeignet |
| Gleditschie „Skyline“ (Gleditsia triacanthos) | 10 bis 15 (20) | 10 bis 15 | nein | KLAM 1.2, GALK gut geeignet |
| Amberbaum (Liquidambar styraciflua) | 10 bis 20 (30) | 6 bis 12 | nein | Stadtgrün 2021 |
| Silberlinde „Brabant“ (Tilia tomentosa) | 20 bis 25 (30) | 12 bis 18 (20) | nein | KLAM 1.2, GALK gut geeignet |
| Zerreiche (Quercus cerris) | 20 bis 30 | 10 bis 15 (25) | nein | KLAM 1.2, GALK gut geeignet |
Kornelkirsche
Die Kornelkirsche ist ein heimischer Großstrauch oder kleiner Baum und steht in der besten Kategorie der Klima-Arten-Matrix (Roloff, Bonn & Gillner 2008). Sie blüht schon im Vorfrühling gelb und ist damit eine frühe Bienenweide. Die GALK beschreibt sie als anspruchslos, nicht frostempfindlich und stadtklimafest; sie eignet sich sogar für Kübel (GALK 2026). Die roten Früchte sind essbar und werden im Waldgarten gern geerntet (Schulz 2020).
Felsenbirne
Die Felsenbirne bleibt klein, blüht früh und duftend und ist eine Bienenweide. Die Sorte „Robin Hill“ der Schnee-Felsenbirne wird sechs bis acht Meter hoch und eignet sich für Kübel (GALK 2026). Die heimische Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis) ist ein Strauch und steht in der Klima-Arten-Matrix in der besten Kategorie 1.1 (Roloff, Bonn & Gillner 2008). Die Früchte beider Arten kannst du ernten.
Blumenesche
Die Blumenesche, auch Manna-Esche genannt, ist schwachwüchsig, stadtklimafest, blüht auffällig und wird von Bienen besucht. Vom Eschentriebsterben, das die heimische Esche bedroht, ist sie nicht befallen (GALK 2026). Die Sorte „Mecsek“ bleibt mit fünf bis sechs Metern klein und kugelförmig (GALK 2026). In der Klima-Arten-Matrix erhält die Blumenesche für die Trockentoleranz die beste Note, bei der Winterhärte schneidet sie schlechter ab (Roloff, Bonn & Gillner 2008). Im Praxistest Stadtgrün 2021 hat sie sich trotzdem am kalten Standort Hof/Münchberg bewährt (LWG 2019).
Mehlbeere und Elsbeere
Die Mehlbeere ist ein heimischer, langsam wachsender Baum und eine Bienenweide (GALK 2026). Sie steht in der Klima-Arten-Matrix in Kategorie 1.1, ihre Verwandte, die Elsbeere, in 1.2 (Roloff, Bonn & Gillner 2008). Beide gehören zur Gattung Sorbus, zu der auch der Speierling zählt; er steht wie die Elsbeere in Kategorie 1.2 (Roloff, Bonn & Gillner 2008).
Feldahorn
Der Feldahorn ist heimisch, verträgt trockene Böden und einen hohen Versiegelungsgrad und festigt mit seinen Wurzeln Böschungen (GALK 2026). In den Hitzesommern blieb er meist stabil (LWG 2017). Die Art wird zehn bis 15 Meter hoch und ebenso breit. Für kleinere Gärten eignet sich die schmalere Sorte „Elsrijk“ mit sechs bis zwölf Metern Höhe und vier bis sechs Metern Breite (GALK 2026). Feldahorn lässt sich außerdem als Hecke schneiden.
Hopfenbuche
Die Hopfenbuche sieht der Hainbuche ähnlich und trägt hopfenähnliche Fruchtstände (GALK 2026). Sie verträgt Hitze deutlich besser als die heimische Hainbuche und zählt zu den trockenheitsverträglichsten Gehölzen überhaupt (LWG 2017). In der Klima-Arten-Matrix steht sie in Kategorie 1.1 (Roloff, Bonn & Gillner 2008), im Praxistest gehörte sie am heißen Standort Würzburg zu den besten Arten (LWG 2019).
Eisenholzbaum
Der Persische Eisenholzbaum blüht vor dem Laubaustrieb und färbt sich im Herbst leuchtend (GALK 2026). Er verträgt Trockenheit gut (LWG 2017) und hat sich im Praxistest am kalten Standort Hof/Münchberg bewährt (LWG 2019). Er wurzelt flach und verträgt kein Pflaster über dem Wurzelraum (GALK 2026). In einer gemulchten Baumscheibe hat er es gut.
Amberbaum
Der Amberbaum ist vor allem für seine lange Herbstfärbung beliebt. Er ist kalkempfindlich (GALK 2026) und steht in der Klima-Arten-Matrix bei der Winterhärte nur in Stufe drei (Roloff, Bonn & Gillner 2008). Im Praxistest hat er sich in Würzburg und in Hof bewährt (LWG 2019). Mit zehn bis 20 Metern Höhe braucht er einen größeren Garten.
Große Klimabäume
Hast du viel Platz, kommen große Arten infrage. Die Silberlinde „Brabant“ sondert keinen Honigtau ab und ist eine Bienenweide (GALK 2026); die weiße Behaarung ihrer Blätter schützt sie besser vor Trockenheit als die heimischen Linden (LWG 2017). Zerreiche und Ungarische Eiche kamen in den Hitzesommern noch besser zurecht als die heimischen Eichen (LWG 2017). Die dornenlose Gleditschie „Skyline“ bildet keine Früchte, und ihre Krone lässt viel Licht durch (GALK 2026). Unter den heimischen Arten stehen Traubeneiche, Winterlinde und Vogelkirsche für trockene Waldstandorte in der besten Klasse (Wegmann 2009).
Obstbäume und Wildobst
Im Hausgarten willst du oft ernten. Mispel, Kultur-Birne und Esskastanie stehen in der Klima-Arten-Matrix in Kategorie 2.2, also geeignet bei Trockenheit und Frost (Roloff, Bonn & Gillner 2008). Der Weiße Maulbeerbaum erhält für die Trockentoleranz die beste Note, bei der Winterhärte gilt er als problematisch (Roloff, Bonn & Gillner 2008); die Hopfenbuche verträgt Hitze besser als er (LWG 2017). Die Walnuss gilt im Wald auf trockenen Standorten als gut geeignet (Wegmann 2009), in der Stadtbaum-Matrix steht sie dagegen in Kategorie 3.3 (Roloff, Bonn & Gillner 2008). Eingewachsene Obstbäume brauchen nur nach längeren Trockenphasen durchdringende Wassergaben (LWG 2017). Welche Sorten sich für kleine Gärten eignen, zeigt das Buch „555 Obstsorten für den Permakulturgarten und -balkon“.
Welche Bäume du an trockenen Standorten meiden solltest
Die Fichte ist für trockene Standorte ungeeignet, die Rotbuche verträgt Trockenheit nur bedingt (Wegmann 2009). Bergahorn und Spitzahorn haben in den Hitzesommern große Schäden gezeigt (LWG 2017). Rosskastanien und Eschen tauchen wegen Krankheiten in den neuen Empfehlungslisten für Stadtbäume kaum noch auf (LWG 2019). Aus dem Garten müssen diese Arten deshalb nicht verschwinden. Auf frischen, tiefgründigen Böden und in kühleren Lagen können sie gut wachsen. Ihre Verwendung beschränkt sich künftig auf Standorte, die ihren Ansprüchen entsprechen (LWG 2019).
Klimabäume richtig pflanzen
Die beste Pflanzzeit für wurzelnackte Gehölze liegt je nach Witterung zwischen Ende September und Anfang Dezember oder zwischen Anfang März und Ende April. In Gebieten mit mildem Winter und trockenem Sommer empfiehlt die Bayerische Gartenakademie die Herbstpflanzung, weil die Bäume dann die Winterniederschläge nutzen (LWG 2013). Die Wurzeln wachsen im noch warmen Herbstboden weiter, der Baum startet im Frühjahr mit einem Vorsprung und übersteht Trockenperioden im ersten Sommer besser (LWG 2013). Frostempfindliche Arten pflanzt du im Frühjahr und gießt sie dann besonders sorgfältig (LWG 2013).
Die Landesanstalt für Landwirtschaft beschreibt das Pflanzen eines Obstbaums Schritt für Schritt. Die Angaben gelten sinngemäß für andere Bäume (LfL 2025):
- Stich die Grassoden flach ab und heb das Pflanzloch aus. Es sollte mindestens das 1,5-fache des Wurzelvolumens fassen, empfohlen sind etwa 80 Zentimeter Durchmesser und 45 Zentimeter Tiefe. Je schlechter der Boden, desto größer das Loch.
- Lagere Ober- und Unterboden getrennt. Lockere die Sohle spatentief und raue die Wände auf.
- Schlag einen Pfahl auf der Seite der Hauptwindrichtung ein, meist im Westen, bevor du den Baum setzt. So verletzt du keine Wurzeln.
- Schneide gequetschte oder abgebrochene Wurzeln glatt zurück.
- Misch etwa 20 Liter Oberboden oder reifen Kompost unter die Erde. Kompost kommt nie unvermischt ins Loch.
- Füll erst Unterboden, dann Oberboden ein, rüttel den Baum dabei leicht und tritt die Erde behutsam an. Der Wurzelansatz bleibt sichtbar und sitzt nach dem Setzen des Bodens noch über dem umgebenden Niveau.
- Binde den Baum mit Kokosstrick etwa eine Handbreit vom Pfahl entfernt an.
- Leg einen Gießrand mit etwa einem Meter Durchmesser an, der mindestens 40 Liter fasst, und gieß sofort mindestens 20 Liter an.
Zum Schutz vor Sonnenbrand und Frostrissen schützt du den Stamm mindestens fünf Jahre lang, zum Beispiel mit einer Baumschutzmatte aus Holzlatten. Die LfL empfiehlt zusätzlich einen Weißanstrich des ungeschützten Stammbereichs (LfL 2025). Die Baumscheibe hältst du mindestens fünf Jahre frei von Bewuchs. Das bringt deutlich mehr Triebzuwachs (LfL 2025), denn Rasengräser verbrauchen viel Wasser, das dem Baum fehlt (LWG 2017). Eine Mulchschicht fördert zusätzlich die Mykorrhiza, die Partnerschaft der Wurzeln mit Bodenpilzen, die für die Wasser- und Nährstoffaufnahme wichtig ist (LWG 2017).
Junge Bäume gießen bei Trockenheit
Auch Klimabäume brauchen in den ersten Jahren Wasser. Ihr Wurzelsystem ist nach der Pflanzung noch klein und reicht nicht in die tieferen, feuchten Bodenschichten. Die regelmäßige Wasserversorgung in der Anwachsphase entscheidet über den Anwuchserfolg und die spätere Widerstandsfähigkeit (LWG 2017).
Das Wasser muss die vielen feinen Wurzeln erreichen und darf nicht ungenutzt im Untergrund versickern (LWG 2017). Gieß deshalb in größeren Abständen und durchdringend, mindestens zehn Liter pro Quadratmeter und Gießgang, und immer innerhalb des Gießrands (LWG 2017). Gute Erfahrungen gibt es mit Wassersäcken. Sie werden einmal gefüllt und geben das Wasser über mehrere Stunden tropfenweise ab (LWG 2017). Gieß an den Stammfuß und nie über die Blätter (LWG 2017).
| Baum | Wassermenge | Quelle |
|---|---|---|
| Frisch gepflanzter Obstbaum, erstes Jahr | regelmäßig, je nach Regen bis zu zweimal im Monat; im zweiten und dritten Jahr nach Bedarf | LfL 2025 |
| Gehölze in der Anwachsphase | mehr als zehn Liter je Gießgang, mindestens zehn Liter pro m² | LWG 2017 |
| Jungbaum mit 25 Zentimetern Stammumfang (Straßenbaumgröße) | April bis August zweimal im Monat rund 100 Liter | Berlin 2026 |
| Jungbäume nach zehn Tagen ohne Regen im Hochsommer | 75 bis 100 Liter je Baum | FLL 2015 nach Pro Baum 2017 |
| Bäume im fünften bis zehnten Standjahr bei Hitze | 50 bis 75 Liter pro Monat, auf zwei Gaben verteilt | Berlin 2026 |
| Eingewachsene Obstbäume nach längerer Trockenheit | 20 bis 30 Liter (schwachwüchsig), 50 bis 70 Liter (groß) | LWG 2017 |
Die hohen Werte für Stadtbäume gelten für große Baumschulware an heißen Straßen. Für kleinere Gartenbäume gibt es keine festen Mengen; es gelten dieselben Grundsätze, also seltener und durchdringend gießen, direkt in den Wurzelraum. In Berlin rechnet die Verwaltung damit, dass junge Straßenbäume mindestens in den ersten fünf Standjahren gewässert werden müssen und je nach Standort bis zum zehnten Jahr zusätzliches Wasser brauchen (Berlin 2026). Im niederschlagsarmen Unterfranken ergibt sich für frisch gepflanzte Gehölze in den ersten zwei bis fünf Jahren eine Zusatzbewässerung von 100 bis 200 Litern pro Quadratmeter und Jahr, verteilt auf fünf bis 20 Gießgänge (LWG 2017).
Ob gegossen werden muss, zeigt dir der Boden. Grab mit dem Spaten neben dem Gießrand eine Probe aus; Spatenproben bis 40 Zentimeter Tiefe sind rasch gemacht (Pro Baum 2017). Ist die Erde in der Tiefe trocken und krümelig, ist es Zeit zum Gießen. Zu viel Wasser schadet ebenfalls, denn dann vernässt der Standort (Berlin 2026). Gieß am besten morgens mit Regenwasser. Wie du Regen sammelst und im Garten hältst, steht im Artikel Klimagarten: So kommt dein Garten durch Trockenheit, Hitze und Starkregen.
Agroforst und Waldgarten: Bäume und Sträucher kombinieren
Bäume müssen im Garten nicht allein stehen. Kombiniert mit Sträuchern, Stauden und Gemüse bilden sie ein System, das Schatten spendet, den Boden schützt und mehrere Ernten auf derselben Fläche bringt. In der Landwirtschaft heißt das Agroforst, im Garten Waldgarten.
Was ist Agroforstwirtschaft?
In Agroforstsystemen wird Acker oder Grünland mit mehrjährigen Gehölzen kombiniert. Wird zwischen und unter den Bäumen Gemüse oder Getreide angebaut, heißt das silvoarables System; dienen die Flächen als Weide, silvopastorales System. Beides lässt sich kombinieren (oekolandbau.de o. J.). Ein Beispiel aus der Praxis: Neben einem 50 Meter breiten Weizenfeld wächst ein etwa fünf Meter breiter Streifen mit Walnussbäumen, dahinter folgt das nächste Feld (BZL 2025).
Neu ist die Idee nicht. Bis ins 19. Jahrhundert waren Agroforstsysteme in Deutschland weit verbreitet, etwa als Streuobstwiesen oder Hutewälder, in denen Tiere im lichten Wald weideten. Erst mit der Intensivierung der Landwirtschaft ab etwa 1950 galten Gehölze auf dem Feld als störend und wurden großteils entfernt (oekolandbau.de o. J.). Heute wächst das Interesse wieder. Auf der Agroforst-Landkarte des Deutschen Fachverbands für Agroforstwirtschaft waren im Dezember 2024 insgesamt 203 Systeme mit zusammen 1.703 Hektar verzeichnet (oekolandbau.de o. J.).
Die Bäume verbessern das Mikroklima, sodass weniger Wasser verdunstet und Kulturen längere Trockenheit besser überstehen. Laub und abgestorbene Wurzeln lassen Humus entstehen, die Baumreihen bremsen den Wind und schützen den Boden vor Erosion. Tiefe Wurzeln nehmen Nährstoffe auf, die sonst ins Grundwasser gelangen würden, und das Holz speichert Kohlenstoff (BZL 2025). Dazu kommen Lebensräume für viele Tierarten und zusätzliche Ernten wie Obst, Nüsse oder Holz (BZL 2025).
Was ist ein Waldgarten?
Ein Waldgarten überträgt diese Idee in den Hausgarten. Das Bundesamt für Naturschutz beschreibt Waldgärten als mehrschichtig aufgebaute, naturnahe Gärten aus überwiegend mehrjährigen Pflanzen, vor allem Gehölzen mit essbaren Früchten, Nüssen und Beeren, ergänzt um mehrjährige Gemüse, Kräuter und Wurzelpflanzen (BfN o. J.). Durch ihren Reichtum an Arten und Strukturen und die meist ständige Bodenbedeckung verbinden sie Artenschutz, Klimawirkung und Bodenschutz (BfN o. J.). Das BfN fördert von 2021 bis 2027 ein Projekt mit Waldgärten in Berlin und Kassel, darunter einen 2,8 Hektar großen Waldgarten-Kleingartenpark (BfN o. J.).
Vorbild ist der Aufbau eines natürlichen Waldes. Die Pflanzen stehen in mehreren Schichten übereinander und nutzen Licht, Wasser und Nährstoffe gemeinsam (Schulz 2020):
| Schicht | Beispiele |
|---|---|
| Kronenschicht | hochstämmige Obst- und Nussbäume wie Apfel, Birne, Süßkirsche, Walnuss |
| Kleinbäume | Halbstämme, Kornelkirsche, Felsenbirne, Maulbeere |
| Sträucher | Johannisbeere, Stachelbeere, Himbeere, Haselnuss, Aronia, Schlehe |
| Krautschicht | Rhabarber, Guter Heinrich, Melisse, Minze, Mangold |
| Wurzelschicht | Wurzelgemüse und Knollen |
| Bodendecker | Walderdbeere, Waldmeister, Bärlauch, Thymian |
| Kletterpflanzen | Weinbeere, Kiwi, Kapuzinerkresse |
Die Beispiele stammen aus dem Erntekalender des Waldgartens auf dem IGA-Campus in Berlin (Schulz 2020). Unter der Erde ergänzen sich die Pflanzen ebenfalls: Flach-, Herz- und Pfahlwurzler erschließen unterschiedliche Bodenschichten (Schulz 2020). Je älter ein Waldgarten wird, desto größer wird sein Beitrag für Wasserspeicherung, Klima und Artenvielfalt (Schulz 2020).
Waldgarten anlegen Schritt für Schritt
Ein Waldgarten entsteht über Jahre. Beginnen kannst du auf wenigen Quadratmetern, etwa rund um einen bestehenden Obstbaum.
- Beobachte deinen Garten ein Jahr lang. Wo scheint wann die Sonne, wo steht nach Regen Wasser, woher kommt der Wind? Mit einer Spatenprobe lernst du deinen Boden kennen.
- Plane die Schichten. Die höchsten Bäume setzt du an die Nordseite der Fläche, damit sie den niedrigeren Pflanzen kein Licht nehmen. Plane die spätere Kronenbreite mit ein; die Maße aus der Tabelle oben helfen dir dabei. Prüfe die Grenzabstände, die in deinem Bundesland für Bäume und Sträucher gelten.
- Bereite den Boden vor. Auf Rasenflächen legst du Pappe aus und deckst sie mit Kompost und Mulch ab, wie beim No-Dig-Beet. So musst du nicht umgraben.
- Pflanze im Herbst zuerst die Bäume, dann die Sträucher. Die Herbstpflanzung nutzt die Winterfeuchte (LWG 2017).
- Füll die Lücken im Frühjahr mit Stauden, Kräutern, Bodendeckern und Kletterpflanzen. Solange die Gehölze klein sind, wächst dazwischen noch einjähriges Gemüse.
- Mulche die gesamte Fläche und gieß die Gehölze in den ersten Jahren durchdringend. Organischer Mulch fördert die Mykorrhiza der Gehölze (LWG 2017).
- Schneide, ernte und beobachte. Mit den Jahren wird die Kronenschicht dichter, und schattenverträgliche Pflanzen übernehmen den Unterwuchs.
Einen guten Einstieg in die Gestaltung solcher Gärten bietet Toby Hemenways Buch „Gaias Garten“. Wie Permakultur auf kleiner Fläche funktioniert, zeigt Jonas Gampe in „Permakultur im Hausgarten“. Einen ersten Überblick gibt der Artikel Schon mal von Permakultur gehört?.
Häufige Fragen
Welche Klimabäume passen in einen kleinen Garten?
Kornelkirsche, Felsenbirne, Zierapfel und die kugelförmige Blumenesche „Mecsek“ bleiben bei vier bis acht Metern Höhe und eignen sich teils sogar für große Kübel (GALK 2026). Etwas mehr Platz braucht der schmale Feldahorn „Elsrijk“ mit sechs bis zwölf Metern Höhe.
Welche heimischen Bäume vertragen Trockenheit?
Feldahorn, Mehlbeere, Kornelkirsche, Vogelkirsche und Waldkiefer stehen in der besten Kategorie der Klima-Arten-Matrix, die Elsbeere knapp dahinter (Roloff, Bonn & Gillner 2008). Für trockene Waldstandorte stehen zusätzlich Traubeneiche, Winterlinde, Hängebirke und Hainbuche in der besten Klasse (Wegmann 2009).
Sind nicht heimische Klimabäume schlecht für die Artenvielfalt?
Heimische Pflanzen bieten vielen spezialisierten Insekten Nahrung, nicht heimische oft nur wenigen (NABU Baden-Württemberg o. J.). Eine Mischung aus heimischen Arten und bewährten Klimabäumen aus Südosteuropa verteilt das Risiko. Viele der empfohlenen Arten wie Blumenesche, Gleditschie oder Silberlinde sind gute Bienenweiden (GALK 2026).
Wie viel Wasser braucht ein frisch gepflanzter Baum?
Direkt nach der Pflanzung mindestens 20 Liter. Im ersten Jahr gießt du je nach Regen bis zu zweimal im Monat, im zweiten und dritten Jahr nach Bedarf (LfL 2025). Jede Gabe sollte mehr als zehn Liter umfassen und in einem Gießrand bleiben (LWG 2017).
Wann pflanze ich Klimabäume am besten?
Im Herbst, zwischen Ende September und Anfang Dezember. Dann wurzeln die Bäume noch vor dem Winter ein und nutzen die Winterfeuchte (LWG 2013). Frostempfindliche Arten pflanzt du im Frühjahr und gießt sie im ersten Sommer besonders sorgfältig.
Wie lange dauert es, bis ein Baum Schatten spendet?
Das hängt von Art und Pflanzgröße ab. Baumschulen brauchen zehn bis 15 Jahre, bis ein Hochstamm mit 20 bis 25 Zentimetern Stammumfang verkaufsfertig ist (LWG 2019). Ein junger Baum im Garten braucht einige Jahre, bis seine Krone nennenswert Schatten wirft. Je früher du pflanzt, desto besser.
Quellen
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Schönfeld, Philipp: „Klimabäume“ – welche Arten können in Zukunft gepflanzt werden? LWG aktuell, 2019. https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/landespflege/dateien/zukunft_klimabaeume.pdf
- Bayerische Gartenakademie an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Körber, Klaus (Gartengehölze, Bäume und Rosen) u. a.: Bewässerung im Haus- und Kleingarten. Berichte der Bayerischen Gartenakademie 4, 1. Auflage 2017. https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/bewaesserung_bericht_4.pdf
- Bayerische Gartenakademie (LWG): Die ideale Pflanzzeit für Gehölze und Stauden. Merkblatt 4151, aktualisiert September 2013. https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/infoschrift_ideale_pflanzzeit.pdf
- Roloff, Andreas; Bonn, Stephan; Gillner, Sten: KLimaArtenMatrix für Stadtbaumarten (KLAM-Stadt). Stand 07/2008, abgedruckt in der Sonderausgabe „Grün ist Leben“. https://die-gruene-stadt.de/wp-content/uploads/2022/04/klimaartenmatrix-stadtbaeume.pdf
- Roloff, Andreas; Bonn, Stephan; Gillner, Sten: Klimawandel und Baumartenwahl in der Stadt – Entscheidungsfindung mit der Klima-Arten-Matrix (KLAM). https://www.kaiserslautern.de/mb/themen/pbw/bebauungsplaene/innenstadt/koenigstr-a-s-s-pfaffstr/07c_klima-arten-matrix.pdf
- Wegmann, E.: Baumartenwahl bei zunehmender Sommertrockenheit. waldwissen.net, 30.11.2009 (Original in Zürcher Wald 2/2009), mit einer Auswertung nach Roloff, A.; Grundmann, B.: Bewertung von Waldbaumarten anhand der KlimaArtenMatrix. AFZ-Der Wald 63 (20). https://www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/schadensmanagement/trockenheit/baumartenwahl-bei-zunehmender-sommertrockenheit
- Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz (GALK), Arbeitskreis Stadtbäume: GALK-Straßenbaumliste. Abfrage vom 18.09.2026. https://strassenbaumliste.galk.de/
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Arbeitsgruppe Kulturlandschaft und Streuobst: Pflanzanleitung für Streuobstbäume. Merkblatt, Stand 05/2025. https://www.streuobst-in-bayern.de/fileadmin/pdf_upload_LWG_LfL/LfL_Merkblatt_Pflanzanleitung_fuer_Streuobstbaeume_2025.pdf
- Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin: Wässern von Stadtbäumen. Abgerufen 18.09.2026. https://www.berlin.de/sen/uvk/natur-und-gruen/stadtgruen/stadtbaeume/waessern-von-stadtbaeumen/
- Pro Baum 02/2017: Jungbäume bedarfsgerecht gießen: Wie die richtige Menge ermitteln? S. 11 ff., mit Verweis auf FLL: Empfehlungen für Baumpflanzungen Teil 1 (2015). https://stadtundgruen.de/artikel/jungbaeume-bedarfsgerecht-giessen-wie-die-richtige-menge-ermitteln-18988
- NABU Baden-Württemberg: Heimische Pflanzen statt Neophyten. https://baden-wuerttemberg.nabu.de/umwelt-und-leben/umweltbewusst-leben/naturgarten/pflanzenimgarten/35262.html
- Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL), landwirtschaft.de: Was ist Agroforstwirtschaft? Letzte Aktualisierung 25.11.2025. https://www.landwirtschaft.de/wirtschaft/beruf-und-betrieb/trends-und-innovationen/was-ist-agroforstwirtschaft
- oekolandbau.de (BLE): Agroforstwirtschaft – Landnutzungssystem mit Zukunftspotenzial. https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/agroforstwirtschaft/
- Bundesamt für Naturschutz (BfN): Urbane Waldgärten. Projektsteckbrief, Bundesprogramm Biologische Vielfalt. https://www.bfn.de/projektsteckbriefe/urbane-waldgaerten
- Schulz, Jennifer (Universität Potsdam): Urbane Waldgärten. Potentiale und Herausforderungen für die Umsetzung. Webinar der anstiftung, 15.12.2020. https://urbane-gaerten.de/images/urbane-gaerten/praxisblaetter/Urbane_Waldga%CC%88rten_15_12_2020.pdf