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18. September 2026 · 21 Min. Lesezeit

Klimagarten: So kommt dein Garten durch Trockenheit, Hitze und Starkregen

Trockene Frühjahre, heiße Sommer, dann wieder Starkregen. Wie du Wasser im Boden hältst, richtig gießt, Regen sammelst und mit passenden Pflanzen und viel Vielfalt einen Garten baust, der das Wetter der kommenden Jahre gut verträgt.

Das Frühjahr 2026 war in Deutschland deutlich zu trocken. Es fielen im Schnitt 126 Liter Regen pro Quadratmeter, rund zwei Drittel der früher üblichen Menge, und Anfang Juli zeigte der Deutsche Wetterdienst in den meisten Regionen ausgetrocknete Oberböden (UBA 2026). Dazu kommen Hitzetage und kurze, heftige Regengüsse, die der ausgedörrte Boden kaum aufnimmt. Im Garten zeigt sich das schnell, etwa wenn der Salat vorzeitig schießt oder die Regentonne schon im Juli leer ist.

Ein Klimagarten stellt sich darauf ein. Die wirksamsten Maßnahmen kosten wenig und sparen dir im Sommer Arbeit mit der Gießkanne.

Was ist ein Klimagarten?

Der Begriff Klimagarten beschreibt eine Eigenschaft. Gemeint ist ein Garten, der lange Trockenphasen, Hitze, Starkregen und milde Winter aushält, egal ob Bauerngarten, Naturgarten oder Reihenhausgarten. Dafür sorgen einige Grundsätze, die sich gegenseitig verstärken:

  • Der Boden bleibt möglichst immer bedeckt, mit Pflanzen oder Mulch.
  • Regenwasser bleibt auf dem Grundstück und versickert langsam.
  • Der Boden wird humusreich und locker, damit er Wasser aufnimmt und hält.
  • Du gießt seltener und dafür durchdringend.
  • Du wählst Arten und Sorten, die zu Standort und Klima passen.
  • Viele verschiedene Pflanzen und Lebensräume machen den Garten stabiler.
  • Schnittgut, Laub und Küchenabfälle bleiben als Kompost und Mulch im Garten.

Die Bayerische Gartenakademie fasst für den Hausgarten zusammen, dass Hacken und Mulchen Wasser sparen und Regenwasser Vorrang vor Leitungswasser hat. Die Pflanzenwahl richtet sich nach der Trockenheit des Standorts (LWG 2017).

Wie sich das Klima im Garten verändert

Die Folgen des Klimawandels sind in Deutschland bereits messbar. Die Jahre 2018, 2019, 2020 und 2022 waren so trocken, dass in manchen Regionen die Grundwasserstände deutlich fielen und im Sommer 2018 sogar private Hausbrunnen trockenliefen (UBA 2026). Im Jahr 2025 fielen deutschlandweit 655 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, 17 Prozent weniger als im langjährigen Mittel (UBA 2026).

Gleichzeitig werden Wetterextreme wie Starkregen heftiger und häufiger (UBA 2023). Die Bayerische Gartenakademie beobachtet, dass sich die Niederschläge verschieben: weniger Regen in der Wachstumszeit, mehr im Winter, wenn viele Pflanzen ihn nicht nutzen können (LWG 2017). Nach monatelangen Regenpausen kann ein ausgetrockneter Boden einen plötzlichen Starkregen oft nicht aufnehmen. Das Wasser fließt oberflächlich ab und schwemmt Erde mit.

Plane deinen Garten deshalb für beide Fälle. Der Boden soll im Juli Wasser halten und im August einen Wolkenbruch schlucken.

Boden bedeckt halten

Offener Boden verliert viel Wasser. Im Sommer verdunsten je nach Sonne, Temperatur und Wind drei bis fünf Liter pro Quadratmeter und Tag (LWG 2017). Nackte Erde verkrustet nach Regen, und das nächste Gießwasser läuft an der Oberfläche ab. Eine Decke aus Pflanzen oder Mulch bremst die Regentropfen und hält die Poren offen (LWG 2017). Sie schützt den Boden vor Überhitzung, und das schont den Humus. Bei Bodentemperaturen über 25 Grad und mäßiger Feuchte baut er sich deutlich schneller ab (LWG 2017).

Mulchen: Material und Schichtdicke

Mulch ist eine Schicht aus organischem Material, die du auf den Boden legst. Sie verhindert, dass Bodenwasser ungenutzt in die Luft verdunstet. Dünne Schichten saugen selbst wenig Wasser auf und bewahren die Feuchte darunter gut (LWG 2017). Eine ausführliche Anleitung findest du im Artikel Weniger gießen, mehr mulchen.

Material Wo es passt Beachte
Angetrockneter Rasenschnitt Gemüsebeete dünn auflegen, unter einem Zentimeter, ohne Samenstände von Beikräutern (Natur im Garten 2019; LWG 2017)
Ernte- und Pflanzenreste Gemüsebeete Blätter von Möhren, Salat oder Kohl, Schnittgut aus Staudenbeeten (LWG 2017)
Stroh Erdbeeren, Gemüse verrottet langsam und bindet dabei Stickstoff; etwas Hornspäne darunter gleicht das aus (Natur im Garten 2019)
Laub unter Gehölzen, Beete im Winter fällt im Herbst reichlich an
Holzhäcksel unter Sträuchern und Bäumen vorher einige Monate anrotten lassen, fünf bis sieben Zentimeter dick, nach etwa drei Jahren erneuern; bindet Stickstoff (LLH 2026)
Rindenmulch unter Gehölzen nicht ins Gemüsebeet; heimische Nadelholzrinde wird unter hohem Stickstoffverbrauch abgebaut und enthält Gerbstoffe (LLH 2026)
Mulchkompost Staudenbeete, Gehölze zwei bis vier Zentimeter reichen (LLH 2026)
Papier, Pappe Gemüsebeete für lange stehende Kulturen dickes Packpapier, für Salat reichen zwei Lagen Zeitungspapier (LWG 2017)

Holzige und strohige Materialien entziehen dem Boden beim Verrotten Stickstoff. Im Gemüsebeet mischst du deshalb eine Handvoll Hornspäne unter die Mulchschicht (Natur im Garten 2019). Rasenschnitt und grüne Pflanzenreste düngen dagegen beim Verrotten mit (LWG 2017).

Zwischen lange stehenden Kulturen wie Kürbis oder Zuckermais hält eine Untersaat den Boden bedeckt. Sie wächst im Schatten der Hauptkultur heran und übernimmt nach der Ernte das Beet; wie das mit Klee und anderen Leguminosen geht, steht im Artikel über Leguminosen.

Hacken und Umgraben

Wo du nicht mulchst, hilft die Hacke. Oberflächlich aufgerissener Boden hält mehr Wasser in der Tiefe, weil die lockeren Krümel oben kaum Feuchtigkeit aus dem Untergrund nachziehen. Die Gartenakademie empfiehlt Krümel von ein bis zwei Zentimetern, keine feine Oberfläche; die verschlämmt beim nächsten Regen schneller (LWG 2017).

Umgraben musst du Beete nicht jedes Jahr. Frühes Umgraben im Herbst belüftet humusreiche Böden so stark, dass Stickstoff frei wird und über den Winter ins Grundwasser gespült wird (LWG 2017). Wie du Beete ohne Spaten anlegst und pflegst, zeigt der Artikel Garten ohne Umgraben: No-Dig-Beet anlegen. Über den Winter bleiben Beete am besten grün, mit Spätkulturen wie Feldsalat oder Grünkohl oder mit einer Gründüngung. Welche Pflanzen sich dafür eignen, steht im Artikel über Leguminosen.

Humus als Wasserspeicher

Wie viel Wasser ein Boden halten kann, hängt zuerst von der Bodenart ab. Pro zehn Zentimeter Bodenschicht speichert ein Lehmboden rund 22 Liter pflanzenverfügbares Wasser pro Quadratmeter, ein Tonboden etwa 13 Liter, ein Sandboden nur etwa fünf Liter (LWG 2017). Auf Sand gießt du deshalb öfter und mit kleineren Mengen, auf Lehm seltener und kräftiger.

Humus ist der organische Teil des Bodens, entstanden aus Pflanzenresten, Kompost und Bodenlebewesen. Er kann bis zum Fünffachen seines eigenen Gewichts an Wasser speichern. Ein gut versorgter Gartenboden mit rund drei Prozent Humus hält auf einem Quadratmeter und 30 Zentimetern Tiefe etwa 75 Liter Wasser (BZL 2025).

Der größere Nutzen des Humus liegt in der Bodenstruktur. Die Bayerische Gartenakademie rechnet vor, dass mehr Humus die reine Speicherkapazität nur in engen Grenzen erhöht. Viel stärker wirkt er über die Poren: Humus verklebt Bodenteilchen zu stabilen Krümeln, das Porenvolumen steigt, und der Boden nimmt Regen deutlich schneller auf. So entsteht weniger Oberflächenabfluss, gerade bei Starkregen (LWG 2017). Regenwürmer helfen mit. Sie ziehen Mulch in den Boden und hinterlassen Gänge, durch die Sickerwasser und Wurzeln in die Tiefe gelangen (LWG 2017).

Gut mit Kalk versorgte Böden nehmen Wasser teils bis zu doppelt so schnell auf wie saure. Ob dein Boden Kalk braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung alle fünf bis sechs Jahre; auf Verdacht solltest du nicht kalken, zumal Kalk den Humusabbau beschleunigen kann (LWG 2017). Umso wichtiger ist es, laufend organisches Material nachzuliefern.

Kompost und Pflanzenkohle

Die Gartenakademie empfiehlt für Gemüsebeete im Frühjahr drei Liter Kompost pro Quadratmeter, für Tomaten die doppelte Menge; Schwachzehrer wie Möhren und Zwiebeln brauchen keinen (LWG 2017). Wie du guten Kompost aufsetzt, liest du im Artikel Kompost, das Gold des Gärtners.

Pflanzenkohle ist verkohltes Pflanzenmaterial mit einer großen inneren Oberfläche. Mit Kompost vermischt ergibt sie ein Substrat nach dem Vorbild der Terra Preta, der schwarzen Erde aus dem Amazonasgebiet. In einem Feldversuch der Universität Bayreuth auf leichten Ackerböden stieg das Wasserspeichervermögen mit einer Mischung aus Holzkohle und Kompost nach ersten Ergebnissen von 50 auf 80 Liter pro Quadratmeter (BLW 2012). Im Versuch wurde die Kohle mit Kompost vermischt ausgebracht, und so verwendest du sie im Garten ebenfalls. Fertig gemischt gibt es sie als Terra Preta, zum Selbstmischen als Natürliche Pflanzenkohle.

Richtig gießen bei Trockenheit und Hitze

Ein Liter Wasser auf einem Quadratmeter entspricht einem Millimeter Regen und dringt etwa einen Zentimeter tief in den Boden ein (LWG 2017). Die meisten Wurzeln im Gemüsebeet sitzen um 15 Zentimeter tief. Wer abends ein paar Liter pro Quadratmeter verteilt, macht die Oberfläche nass, bei den Wurzeln kommt nichts an. Gießen lohnt sich erst, wenn das Wasser dort ankommt, wo die Pflanze es aufnehmen kann.

Wann du gießt

Am besten gießt du früh am Morgen. Der Boden ist dann kühl, es verdunstet wenig, und bis zum Abend trocknen Blätter und Bodenoberfläche ab. Das senkt das Risiko für Pilzkrankheiten und Schnecken (VerbraucherService Bayern 2021; UBA 2026). Der späte Abend ist die zweitbeste Wahl. In der prallen Mittagssonne gießt du nicht und nie über die Blätter.

Welke Blätter am Nachmittag sind noch kein Notfall. Viele Pflanzen schließen bei Hitze ihre Spaltöffnungen und lassen die Blätter hängen, um sich zu schützen. Hängen sie am frühen Morgen noch, brauchen sie Wasser (VerbraucherService Bayern 2021). Ob der Boden trocken ist, prüfst du mit dem Spaten: Stich eine Scholle aus und schau, ob die Erde in der Tiefe dunkel und feucht ist (LWG 2017).

Wie viel Wasser pro Quadratmeter

Damit das Wasser bis zu den Wurzeln in 15 Zentimetern Tiefe kommt, brauchst du etwa 15 Liter pro Quadratmeter, für 20 Zentimeter etwa 20 Liter. Weil ein Boden höchstens acht bis zehn Liter pro Stunde aufnehmen kann, teilst du die Menge in zwei oder drei Gänge auf (LWG 2017). Als Faustregel empfiehlt die Bayerische Gartenakademie eine große Gießkanne pro Quadratmeter, in mehreren Durchgängen (VerbraucherService Bayern 2021). Mehr als 20 bis 25 Liter pro Quadratmeter nimmt ein Sommerboden nicht auf; der Rest versickert ungenutzt in die Tiefe (LWG 2017).

Situation Wassermenge Quelle
Gemüsebeet, durchdringend gießen 15 bis 20 Liter pro m², auf zwei bis drei Gänge verteilt LWG 2017
Trockener Unterboden vor der Aussaat 15 bis 20 Liter pro m², ein bis zwei Tage vorher LWG 2017
Geschlossener Gemüsebestand im Hochsommer Verbrauch etwa drei bis vier Liter pro m² und Tag LWG 2017
Rosen nach dem ersten Rückschnitt bis zu 20 Liter pro m² LWG 2017
Neu gepflanzte Gehölze mehr als zehn Liter je Gießgang, mit Gießrand LWG 2017
Eingewachsene Obstbäume nach langer Trockenheit 20 bis 30 Liter (schwachwüchsig), 50 bis 70 Liter (groß) LWG 2017

Die Gießmenge lässt sich mit der Uhr bemessen. Dreh die Brause voll auf und stopp, wie lange sie für eine Zehn-Liter-Kanne braucht. Braucht sie 30 Sekunden, bekommt ein Beet von fünf Quadratmetern mit 20 Litern pro Quadratmeter in zwei Gängen von je zweieinhalb Minuten genug Wasser (LWG 2017).

Wie oft du gießt

Gieß seltener und dafür kräftig. Wer oft mit wenig Wasser gießt, erzieht die Pflanzen zu flachen Wurzeln, die schnell austrocknen. Durchdringend gewässert wachsen die Wurzeln dem Wasser in die Tiefe nach (VerbraucherService Bayern 2021). Wie oft das nötig ist, hängt von Boden, Kultur und Wetter ab. Nach der Pflanzung darf der Boden mäßig feucht sein, damit die Setzlinge Wasser suchen und gut einwurzeln. Zum Blattwachstum und zur Bildung von Kopf, Blüte oder Frucht brauchen sie dann reichlich (LWG 2017).

Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini und Zuckermais bringen nur mit viel Wasser gute Ernten; wer bei ihnen spart, erntet deutlich weniger (LWG 2017). Hier lohnen sich Mulch und gezieltes Gießen am Wurzelhals am meisten. Weitere Tipps stehen in den Artikeln So gießt du im Sommer richtig, Gießen in der Sommerzeit und Wasser sparen im Sommer.

Schatten gegen Hitze

Pflanzen können der Sonne nicht ausweichen. Ab Lufttemperaturen um 38 Grad und starker Strahlung bekommen viele einen Sonnenbrand: ockerfarbene bis braune Flecken an den Blatträndern oder helle Stellen an Früchten (BZL 2026). Empfindliche Gemüsepflanzen deckst du an Hitzetagen mit Schattiergewebe oder einem weißen Laken ab, Obststräucher und Obstbäume mit einem Vogelschutznetz. Obst im Kübel stellst du unter einen Sonnenschirm oder in den Schatten größerer Bäume (BZL 2026; LWG 2025). Beerensträucher wachsen in heißen, trockenen Sommern im lichten Schatten besser als in voller Sonne (LWG 2025).

Schatten spart außerdem Wasser. Südlagen brauchen mehr Wasser als Nordhänge oder Gärten, die teils von Bäumen oder Gebäuden beschattet werden (LWG 2017). Dichtes Laub schützt den Boden vor Hitze und fängt Regentropfen sanft ab (LWG 2017). Bedenke dabei den Regenschatten: Direkt am Haus und unter dichten Kronen kommt oft weniger Regen an, als du denkst (LWG 2017). Langfristig spenden Bäume den meisten Schatten. Welche Arten mit Hitze gut zurechtkommen, steht im Artikel Klimabäume für den Garten.

Pflanzen für trockene Sommer

Wer den Gießaufwand senken möchte, fängt bei der Pflanzenwahl an (VerbraucherService Bayern 2021). Im Gemüsegarten hilft dir vor allem der richtige Zeitpunkt für Aussaat und Pflanzung.

Gemüse

Arten mit Pfahlwurzel kommen mit Trockenheit gut zurecht. Möhren, Pastinaken und Wurzelpetersilie säst du im zeitigen Frühjahr, solange der Boden noch feucht ist; Rote Bete, Mangold und Spätmöhren folgen Ende April. Ihre Wurzeln reichen bis tief in den Unterboden und erschließen Wasser, das sich dort am längsten hält (LWG 2017).

Frühkulturen wie Salat, Radieschen, Rettich, Frühkohlrabi, Erbsen, Puffbohnen und Zwiebeln haben ihre Hauptwachstumszeit hinter sich, wenn der Sommer beginnt. Herbstkulturen wie Endivie, Zuckerhut, Chinakohl und Radicchio säst oder pflanzt du Ende Juli bis August. Die jungen Pflanzen brauchen dann noch wenig Wasser, und im September regnet es meist wieder öfter (LWG 2017). Großzügige Pflanzabstände lassen jede Pflanze tiefer wurzeln; zu dichte Saat bringt viele Kümmerlinge (LWG 2017).

Kräuter und Stauden

Mehrjährige Kräuter aus sommertrockenen Gebieten überstehen Trockenphasen oft ganz ohne Gießen. Dazu zählen Lavendel, Salbei, Bergbohnenkraut, Ysop und Thymian (LWG 2017), etwa Thymian „Deutscher Winter“ oder Oregano „griechisch“. Für sonnige Beete eignen sich trockenheitsverträgliche Stauden wie Fetthenne, Königskerze und Karthäusernelke, am sonnigen Gehölzrand Blutstorchschnabel (VerbraucherService Bayern 2021). Prachtstauden wie Phlox oder Rittersporn brauchen dagegen regelmäßig Wasser (LWG 2017).

In der Anwachsphase lässt du auch trockenheitsverträgliche Pflanzen nicht austrocknen (VerbraucherService Bayern 2021). Gehölze und Stauden pflanzt du am besten im Herbst. Dann nutzen sie die Winterfeuchte und sind bis zum Frühjahr eingewurzelt (LWG 2017).

Sträucher und Bäume

Nach den heißen Sommern der letzten Jahre hat die Gartenakademie genau beobachtet, welche Gehölze durchhalten. Der Feldahorn blieb meist stabil, während Spitz- und Bergahorn große Schäden zeigten. Hopfenbuche, Zerreiche und Ungarische Eiche kamen mit Hitze besser zurecht als die heimischen Eichen; resistente Ulmensorten wuchsen gut (LWG 2017). Unter den Sträuchern vertragen Perückenstrauch, Sanddorn, Mispel und viele grau- oder weißlaubige Arten Hitze und Trockenheit gut (LWG 2017). Eine ausführliche Auswahl mit Wuchshöhen findest du im Artikel Klimabäume für den Garten.

Rasen bei Trockenheit

Rasen braucht viel Wasser. Ein dichter Zierrasen verbraucht bei 20 bis 25 Grad zwei bis drei Liter pro Quadratmeter und Tag, bei 30 bis 35 Grad vier bis sieben Liter (LWG 2017). Wird ein etablierter Rasen im Sommer braun, ist er meist nicht tot. Die Gräser drosseln ihr Wachstum und gehen in eine Ruhephase, aus der sie nach Regen wieder austreiben. Ein brauner Rasen muss deshalb nicht sofort gegossen, gedüngt oder nachgesät werden (LLH 2026).

Willst du ihn trotzdem wässern, dann erst, wenn er Trockenstress zeigt, und dann durchdringend mit 15 bis 20 Litern pro Quadratmeter. Das reicht bei mäßiger Wärme für sechs bis zehn Tage, bei 35 Grad nur für zwei bis drei (LWG 2017). Gieß morgens. Abendliches Beregnen verdunstet viel und lässt die Halme über Nacht nass, das fördert Pilzkrankheiten (LWG 2017).

Im Sommer mähst du den Rasen besser etwas höher; die Hessische Gartenakademie nennt fünf bis sieben Zentimeter Schnitthöhe (LLH 2026). Häufiges Mähen verdichtet den Boden zusätzlich (LWG 2017). Eine Blumenwiese kommt nach dem Anwachsen mit einer Notbewässerung bei großer Trockenheit aus (LWG 2017). Wie du Rasen seltener mähst und artenreicher machst, zeigt der Artikel Klimafreundlicher Rasen: weniger mähen.

Der Wasserkreislauf im Garten

Regen, Bodenwasser, Grundwasser und Leitungswasser hängen zusammen. Das meiste Trinkwasser und Brunnenwasser stammt aus dem Grundwasser. Je mehr im Sommer gegossen wird, desto knapper werden beide Quellen (LWG 2017). Ein Klimagarten hält Regenwasser deshalb möglichst dort, wo es fällt: Es wird gesammelt, gegossen oder versickert und fließt nicht in den Kanal.

Regentonne und Zisterne

Regenwasser ist für Pflanzen das beste Gießwasser. Es ist weich, kalkfrei und salzarm (LWG 2017). Die Menge kannst du leicht abschätzen, weil ein Millimeter Regen einem Liter pro Quadratmeter entspricht (LWG 2017). Ein Dach mit 50 Quadratmetern liefert bei zehn Millimetern Regen rund 500 Liter.

Die Regentonne am Fallrohr ist der einfachste Einstieg. Sie kostet wenig und fasst entsprechend wenig Wasser. In großer Hitze leidet die Wasserqualität, wenn das Wasser lange steht. Vor dem Winter leerst du sie, damit sie nicht auffriert, und mit kleinen Kindern im Garten braucht sie einen festen Deckel (LWG 2017). Eine unterirdische Zisterne hält das Wasser kühl und dunkel und damit länger frisch. Wichtig sind ein Überlauf und ein fachgerechter Einbau; über die passende Größe lässt du dich beraten (LWG 2017). Bei neuen Kupferdächern oder Kupferleitungen wartest du, bis sich Patina gebildet hat, sonst gelangt Kupfer ins Gießwasser (LWG 2017).

Starkregen: Wasser versickern lassen

Ein Überlauf aus Regentonne oder Zisterne sollte in den Garten führen, in ein Beet oder eine Versickerungsmulde. Das ist eine flache Senke, in der sich Regenwasser kurz sammelt und dann durch den bewachsenen Oberboden versickert. Der Boden filtert es dabei (LWG o. J.). Die einfachste Form ist ein Aushub von 20 bis 30 Zentimetern Tiefe, bepflanzt mit Rasen, Bodendeckern oder flach wurzelnden Stauden. Als Richtwert braucht eine Mulde fünf bis 15 Quadratmeter pro 100 Quadratmeter versiegelter Fläche (DWA 2019).

Das Wasser darf höchstens 30 Zentimeter hoch stehen, und nach spätestens 24 Stunden sollte die Mulde wieder leer sein (LWG o. J.). In Versuchen der LWG nahmen mit Stauden bepflanzte Mulden bei Dauerregen bis zu einem Drittel mehr Wasser auf als Rasenmulden. Bäume gehören nicht in den Sickerbereich; zu bestehenden Bäumen hältst du einen Abstand von einem halben Kronendurchmesser (LWG o. J.). Wer Regenwasser versickert, spart vielerorts Abwassergebühren, weil diese nach versiegelter Fläche berechnet werden (DWA 2019). Ein Gründach hält Regen ebenfalls zurück (DWA 2019). Welche Regeln für dein Grundstück gelten, erfährst du bei deiner Gemeinde.

Wege und Stellplätze aus Rasengittersteinen, Schotterrasen, Porenpflaster oder Kies lassen Regen in den Boden und tragen zur Grundwasserneubildung bei. Asphalt, Beton und Pflaster mit vergossenen Fugen verhindern das weitgehend (DWA 2019).

Trinkwasser und Grundwasser schonen

Leitungswasser hat Trinkwasserqualität und sollte generell sparsam eingesetzt werden (VerbraucherService Bayern 2021). Im Haushalt verbraucht jede Person in Deutschland rund 129 Liter am Tag, in heißen Sommern mehr (UBA 2026). Wasserschutz im Garten heißt deshalb zuerst: Regenwasser nutzen und so gießen, dass das Wasser bei den Wurzeln bleibt. Zu große Gießgaben sickern ins Grundwasser und nehmen Nährstoffe mit (LWG 2017).

Dasselbe gilt für Stickstoff, der im Herbst frei wird. Beete, die grün in den Winter gehen, nehmen die letzten Nährstoffreste auf, statt sie ins Grundwasser zu verlieren (LWG 2017). Und alles, was Gewässer weniger belastet, erhöht die verfügbare Wassermenge. Das Umweltbundesamt nennt ausdrücklich den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und Biozide in Garten und Haushalt (UBA 2026). Wer mit Brunnenwasser gießt, lässt es auf Nitrat untersuchen: Nitratreiches Wasser düngt mit, und diese Menge rechnest du beim Düngen an (LWG 2017).

Biodiversität: Vielfalt als Puffer

Biodiversität meint die Vielfalt an Arten, Sorten und Lebensräumen. Im Klimagarten ist sie eine Versicherung. Fällt in einem heißen Sommer eine Kultur aus, tragen andere weiter. Wo viele Pflanzen blühen, finden Bestäuber und Nützlinge über das ganze Jahr Nahrung, und Blattläuse & Co. haben mehr Gegenspieler.

Vielfalt entsteht durch unterschiedliche Strukturen: eine Hecke aus heimischen Sträuchern, ein Laub- oder Reisighaufen, eine Ecke, die nicht jede Woche gemäht wird, ein Beet in Mischkultur. Im Gemüsegarten hilft dir die Sortenvielfalt. Wer frühe und späte, alte und neue Sorten anbaut, verteilt das Risiko auf mehrere Schultern. Samenfeste Sorten kannst du nachbauen und über die Jahre an deinen Garten anpassen. Wie das geht, erklärt der Artikel Samenfest: ein Zeichen für Qualitätssaatgut. Wie du Nützlinge gezielt ansiedelst, liest du im Beitrag Gartennützlinge ansiedeln.

Heimische Wildpflanzen

Wildpflanzen sind nicht gezüchtete Pflanzen, die bei uns von Natur aus vorkommen. Für die Artenvielfalt sind die heimischen Arten besonders wertvoll, weil viele spezialisierte Insekten auf sie angewiesen sind. Nicht heimische Zierpflanzen bieten oft nur wenigen, anspruchslosen Insekten Nahrung (NABU Baden-Württemberg o. J.). Die Große Brennnessel dient mehr als dreißig heimischen Falterarten als Raupenfutter, darunter Kleiner Fuchs und Admiral. Bläulinge und Gelblinge leben an Klee und Wicke, die Raupen des Schwalbenschwanzes an der Wilden Möhre (NABU Baden-Württemberg o. J.). Eine Ecke mit Brennnesseln am Gartenrand ist deshalb ein Beitrag zum Artenschutz.

Manche Gartenpflanzen verwildern und verdrängen heimische Arten. Der NABU rät zum Beispiel von Schmetterlingsflieder und Kanadischer Goldrute ab (NABU Baden-Württemberg o. J.). Manche heimische Wildpflanze verträgt Trockenheit gut; die Wilde Möhre etwa wächst gern an trockenen Standorten (NABU Baden-Württemberg o. J.). Für den Einstieg eignet sich eine Blühmischung; auf dem Balkon etwa die Bienenweide „Blühmischung für den Balkon“. Mehr zum Thema findest du im Artikel Dieses Saatgut ist perfekt für Bienen und Hummeln.

Kreisläufe schließen: Agrarökologie im Kleinen

Agrarökologie ist ein Ansatz aus der Landwirtschaft, der biologische und ökologische Prozesse nutzt, statt sie durch zugekaufte Mittel zu ersetzen. Typische Praktiken sind Mischkultur, Zwischenfrüchte, Gründüngung, Bäume auf dem Acker, lokal angepasstes Saatgut und biologische Schädlingsregulierung. Sie sollen die Bodenstruktur verbessern, den Wasserhaushalt regulieren und Boden und Pflanzen gesund halten (GIZ 2020). Eine feste Definition gibt es nicht; die Agrarökologie versteht sich als Wissenschaft, als Praxis und als soziale Bewegung (GIZ 2020).

Im Hausgarten übersetzt du das in geschlossene Kreisläufe. Was im Garten wächst, bleibt möglichst dort. Rasenschnitt und Ernterückstände werden Mulch, Laub schützt Beete und Gehölze im Winter, Küchen- und Gartenabfälle werden Kompost, der im Frühjahr zurück ins Beet kommt. Gründüngung mit Leguminosen holt Stickstoff aus der Luft. Regenwasser vom Dach ersetzt Leitungswasser. Saatgut gewinnst du von samenfesten Sorten selbst; eine Anleitung bietet das Buch „Wie du dein eigenes Saatgut gewinnst“ von Sigrid Drage. So brauchst du weniger Dünger, Erde und Wasser von außen, und dein Boden wird von Jahr zu Jahr humusreicher. Wer tiefer in die Gestaltung solcher Gärten einsteigen will, findet einen Überblick im Artikel Schon mal von Permakultur gehört?.

Häufige Fehler

Rindenmulch im Gemüsebeet

Frische Nadelholzrinde verbraucht beim Abbau viel Stickstoff und enthält Gerbstoffe (LLH 2026). Im Gemüsebeet sind Rasenschnitt, Pflanzenreste oder Stroh mit etwas Hornspänen besser geeignet. Für Steppen- und Kiesbeetstauden ist Rindenmulch grundsätzlich ungeeignet (LWG 2017).

Jeden Abend ein bisschen gießen

Das Wasser verdunstet an der Oberfläche, und die Wurzeln bleiben flach. Gieß seltener, früh am Morgen und so viel, dass der Boden 15 Zentimeter tief feucht wird (LWG 2017).

Zisterne ohne Überlauf

Bei Starkregen läuft das Wasser über und geht verloren oder sammelt sich am Haus. Plane den Überlauf in eine Mulde oder ein Beet von Anfang an mit (LWG 2017).

Neupflanzungen zu wenig gießen

Auch trockenheitsverträgliche Stauden und Gehölze brauchen in der Anwachsphase regelmäßig Wasser. Erst mit tiefen Wurzeln kommen sie allein zurecht (LWG 2017).

Rasen bis an den Stamm

Rasengräser verbrauchen viel Wasser, das den Gehölzen fehlt. Halte die Baumscheibe frei von Bewuchs und mulche sie (LWG 2017).

Häufige Fragen

Wie viel Wasser braucht ein Gemüsebeet im Sommer?

Ein geschlossener Gemüsebestand verbraucht im Hochsommer etwa drei bis vier Liter pro Quadratmeter und Tag. Gieß deshalb alle paar Tage 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter, verteilt auf zwei oder drei Gänge, statt täglich wenig (LWG 2017).

Wann ist die beste Zeit zum Gießen?

Früh am Morgen. Dann verdunstet am wenigsten Wasser, und Blätter und Boden trocknen bis zum Abend ab. Der späte Abend ist die zweitbeste Wahl, die Mittagshitze die schlechteste (UBA 2026).

Wie schnell wirkt ein Klimagarten?

Mulch und richtiges Gießen wirken sofort, schon im ersten Sommer brauchst du weniger Wasser. Humusaufbau und eine bessere Bodenstruktur brauchen einige Jahre regelmäßiger Kompost- und Mulchgaben. Bäume spenden erst nach Jahren nennenswerten Schatten.

Was kostet die Umstellung?

Die meisten Maßnahmen kosten kaum etwas: Mulchen, Kompostieren, Mischkultur, Gründüngung und seltener gießen. Eine Regentonne ist günstig. Größere Posten sind eine Zisterne oder das Entsiegeln von Flächen. Wer Regenwasser versickert, spart dafür vielerorts Abwassergebühren (DWA 2019).

Muss ich einen braunen Rasen gießen?

Nein. Ein etablierter Rasen überdauert Trockenphasen in einer Ruhephase und treibt nach Regen wieder aus (LLH 2026). Soll er grün bleiben, gießt du ihn durchdringend mit 15 bis 20 Litern pro Quadratmeter (LWG 2017).

Brauche ich Klimabäume?

Wenn du Platz hast, lohnt sich ein Baum. Er spendet Schatten und kühlt über seine Verdunstung die Umgebung (LWG 2017). Welche Arten Hitze und Trockenheit gut vertragen, erklärt der Artikel Klimabäume für den Garten.

Quellen

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Geschrieben von Rankwerk