Ein Gemüsebeet lebt von dem, was du ihm zurückgibst. Vieles davon wächst oder landet ohnehin in deinem Garten: Brennnesseln am Zaun, Beinwell in der Ecke, Laub, Rasenschnitt, Gemüsereste und der Kaffeesatz vom Frühstück. Daraus entstehen Jauchen und Kompost, die deine Pflanzen versorgen und das Bodenleben füttern. Du weißt dann genau, was drinsteckt, und sparst dir den einen oder anderen Sack aus dem Gartencenter.
Selbst gemachter Dünger hat Grenzen. Die Nährstoffgehalte schwanken, und manche Hausmittel richten in zu großer Menge mehr Schaden als Nutzen an. Die Mengen und Verdünnungen unten stammen von Fachstellen wie die Bayerische Gartenakademie oder das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft.
Bevor du düngst: was dein Boden schon hat
Die meisten Gartenböden sind besser versorgt, als ihre Besitzer:innen denken. Die Bayerische Gartenakademie beobachtet, dass viele Hausgartenböden reichlich mit Phosphat und Kali versorgt sind (LWG Infoschrift 2202). Wer jedes Jahr kräftig nachlegt, verschlimmert das. Überschüssige Nährstoffe landen im Grundwasser (Verbraucherzentrale NRW 2025).
Eine Bodenuntersuchung schafft Klarheit. Die Gartenakademie empfiehlt sie alle vier bis fünf Jahre; sie erfasst Bodenart, pH-Wert, Phosphat, Kali und am besten Magnesium. Den Humusgehalt lässt du alle sechs bis zehn Jahre bestimmen, denn aus ihm wird Stickstoff frei. Bei 1,5 Prozent Humus sind es jährlich rund vier Gramm Stickstoff pro Quadratmeter, bei drei Prozent über elf Gramm (LWG Infoschrift 2202). Eine Standardanalyse kostet laut Verbraucherzentrale NRW etwa 50 Euro.
Mit dem Ergebnis in der Hand weißt du, ob dein Beet vor allem Stickstoff braucht oder ob Kompost allein reicht. Einen einfachen Einstieg ins Thema findest du im Artikel Dünger für dein Gemüse.
Pflanzenjauchen: das Grundrezept
Eine Pflanzenjauche ist ein vergorener Auszug aus frischen oder getrockneten Kräutern. Beim Gären lösen sich Nährstoffe aus den Blättern und gehen ins Wasser über. Die Jauche wird verdünnt gegossen und wirkt als schneller Flüssigdünger. Klassiker sind Brennnessel und Beinwell; Löwenzahn und Giersch eignen sich ebenso (BZL 2026).
So setzt du eine Jauche an:
- Ein Kilogramm frisches oder 100 bis 200 Gramm getrocknetes Kraut grob zerkleinern und mit zehn Litern Wasser übergießen (BZL 2026). Regenwasser ist ideal.
- Ein Gefäß aus Kunststoff, Holz oder Steingut nehmen. Metallgefäße sind ungeeignet, weil die Jauche mit dem Metall reagiert (BZL 2026).
- Das Gefäß abdecken, damit keine Tiere hineinfallen, und die Brühe täglich umrühren. So kommt Sauerstoff hinein.
- Bei warmem Wetter ist die Jauche nach etwa zwei Wochen fertig. Sie ist dann dunkel und schäumt beim Umrühren nicht mehr (BZL 2026).
- Die Jauche abseihen und verdünnt ausbringen. Die Pflanzenreste wandern auf den Kompost.
Jauchen riechen streng, das lässt sich kaum vermeiden. Eine Handvoll Gesteinsmehl im Ansatz mildert den Geruch (BZL 2026). Stell das Gefäß an eine Ecke, die dir und deinen Nachbar:innen nicht in die Nase weht. Fertige Jauche hält sich in einem abgedeckten, lichtundurchlässigen Behälter an einem kühlen, dunklen Ort einige Wochen (BZL 2026).
| Anwendung | Verdünnung | Hinweis |
|---|---|---|
| Gießen an die Wurzeln | 1 Teil Jauche auf 10 Teile Wasser | mit der Gießkanne auf den feuchten Boden |
| Spritzen auf die Blätter | 1 Teil Jauche auf 50 Teile Wasser | früh morgens oder abends bei bedecktem Himmel |
Quelle der Verdünnungen: BZL 2026.
Unverdünnt gehört keine Jauche ans Beet. Sie ist so konzentriert, dass sie Wurzeln und Blätter verätzen kann.
Brennnesseljauche
Die Brennnessel ist der bekannteste Rohstoff für Jauche. Ihre Jauche bringt vor allem Stickstoff in den Boden (Verbraucherzentrale NRW 2025) und eignet sich damit für hungrige Kulturen wie Kohl, Tomaten, Zucchini oder Kürbis. Der NABU rät zu einem Kilogramm frischen Blättern und Stängeln auf zehn Liter Wasser, acht bis zehn Tage Gärzeit und einer zehnprozentigen Verdünnung, die du alle zwei Wochen gießt (NABU). Das deckt sich weitgehend mit dem Grundrezept oben.
Trag beim Ernten Handschuhe und lange Ärmel. Schneid die Brennnesseln so, dass ein Teil stehen bleibt und wieder austreibt.
Stickstoff treibt das Blattwachstum an. Starkzehrer freuen sich im Frühsommer über regelmäßige Gaben. Gegen Ende des Sommers fährst du die Stickstoffdüngung zurück. Für Horndünger nennt die Bayerische Gartenakademie Ende August als spätesten Termin (LWG Infoschrift 2202); als Richtschnur taugt das für Brennnesseljauche ebenso.
Info: Jauche oder Brennnesselauszug? Die zwei Wochen lang vergorene Jauche ist ein Dünger. Daneben gibt es den Brennnesselauszug, der nur drei bis vier Tage gärt und fünffach verdünnt auf die Blätter gesprüht wird. Er ist in der EU als Grundstoff für den Pflanzenschutz genehmigt, etwa gegen Blattläuse und Spinnmilben (LKSH 2022). Wie das rechtlich zusammenhängt und was du im Garten spritzen darfst, erklärt der Artikel Pflanzen natürlich schützen und stärken.
Beinwell- und Komfreyjauche
Beinwell ist eine kräftige Staude mit großen, rauen Blättern. Seine Jauche reichert den Boden vor allem mit Kalium an (Verbraucherzentrale NRW 2025). Die Jauche setzt du wie Brennnesseljauche an und verdünnst sie für die Gießkanne ebenfalls eins zu zehn. Sie ist heller und riecht meist etwas milder.
Im Garten begegnen dir zwei Beinwell-Arten. Der Echte Beinwell (Symphytum officinale) wächst wild an feuchten Gräben und Wegrändern. Komfrey oder Futter-Beinwell (Symphytum × uplandicum) ist eine Kreuzung, die in Großbritannien seit Langem als Düngerpflanze angebaut wird. Die Sorte „Bocking 14“ setzt kaum Samen an und breitet sich deshalb nicht über Aussaat im Garten aus. Die Royal Horticultural Society empfiehlt sie als Düngerpflanze, weil sie viel Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält (RHS). Auf Lehmböden ist der Kaliumgehalt meist besonders hoch (RHS).
Die RHS beschreibt drei Wege, Komfrey zu nutzen:
- Als Jauche: Blätter in einen Eimer mit Wasser drücken, mit einem Stein beschweren und etwa drei Wochen gären lassen, bis die Flüssigkeit schwarz ist. Dann eins zu zehn verdünnen. Die Jauche lässt sich schlecht lagern, also bald verbrauchen.
- Als Mulch: Blätter zerkleinern oder antrocknen lassen und rund um die Pflanzen legen.
- Als Kompostzusatz: frisch geschnittene Blätter auf den Komposthaufen geben. Das ist am einfachsten und riecht nicht.
Beinwell hat borstige Haare, die auf der Haut jucken können. Handschuhe helfen. Die RHS rät, beim Schneiden an die Blüten zu denken, die Insekten als Nahrung dienen (RHS).
Kompost
Kompost ist die Grundlage jeder Düngung im Hausgarten. Er versorgt deine Beete mit Phosphor, Kalium und Spurenelementen und füttert das Bodenleben (LWG 2022). Als alleiniger Stickstofflieferant reicht er für Gemüse nicht aus, denn aus Kompost wird nur wenig Stickstoff frei (LWG 2022). Mehr über Kompost und seine Bewohner liest du im Artikel Kompost, das Gold des Gärtners.
Kompost aufsetzen
Das Bayerische Landesamt für Umwelt empfiehlt als unterste Schicht etwa zehn Zentimeter grobes Material wie gehäckselte Äste, Stroh oder Rindenmulch. Darüber kommt eine Mischung aus feuchtem und trockenem, feinem und grobem Material. Stickstoffreiches wie Rasenschnitt und Küchenabfälle mischst du mit stickstoffarmem wie Stroh und Gehölzschnitt (LfU 2012). Wird das Material zu trocken, feuchtest du es mit der Gießkanne an.
Kompostbeschleuniger brauchst du normalerweise nicht. Es reicht, frisches Material hin und wieder mit reifem Kompost oder Gartenerde zu impfen (LfU 2012). Nach zwei bis drei Monaten setzt du den Haufen um, damit Luft hineinkommt und alles gleichmäßig verrottet.
Auf den Kompost gehören Gemüse- und Obstreste, Kaffeesatz, Laub, Rasenschnitt und Gartenabfälle. Nicht hinein gehören gekochte Speisen, Fleisch, Fisch, Fette und Knochen, Wurzelunkräuter und Wildkräuter mit reifen Samen, Katzenstreu sowie Asche aus Holz, Kohle oder vom Grill, weil sie hohe Schwermetallgehalte haben kann (LfU 2012). Kranke Pflanzenteile gehören nicht auf den eigenen Kompost, denn dort werden die Erreger meist nicht abgetötet (LfU 2012).
Nach etwa drei Monaten hast du Frischkompost. Er ist noch nicht ganz zersetzt und eignet sich als Mulch oder zur Bodenverbesserung. Nach sechs bis zwölf Monaten ist der Kompost reif: feinkrümelig, gleichmäßig dunkelbraun, mit dem Geruch von Walderde (LfU 2012). Ob er pflanzenverträglich ist, zeigt der Kressetest. Säst du Kresse auf eine Mischung aus Kompost und Erde und keimt sie zügig, ohne gelb oder braun zu werden, ist der Kompost reif (LfU 2012).
Wie viel Kompost ins Beet gehört
Mehr hilft hier nicht mehr. Die Bayerische Gartenakademie rät im Gemüsegarten zu höchstens drei Litern Kompost pro Quadratmeter und Jahr als Grunddüngung im Frühjahr. Damit ist der Bedarf an Phosphat ganz und an Kali weitgehend gedeckt (LWG Infoschrift 2202). Das Landesamt für Umwelt staffelt nach Bedarf der Kulturen:
| Kultur | Kompost pro Quadratmeter und Jahr |
|---|---|
| Gemüse mit hohem Nährstoffbedarf (Kohl, Tomate, Kürbis) | 4 bis 6 Liter |
| Gemüse mit mittlerem Nährstoffbedarf | 2 bis 3 Liter |
| Gemüse mit geringem Nährstoffbedarf | 1 bis 2 Liter |
| Rasen | 2 Liter |
| Staudenbeet | 1 bis 2 Liter |
| Obstbäume, Sträucher, Hecken | 1 Liter |
Quelle: LfU 2012.
Zur Orientierung: Ein Zehn-Liter-Eimer reicht bei drei Litern pro Quadratmeter für gut drei Quadratmeter, verteilt als dünne Schicht. Zeigt deine Bodenanalyse stark überhöhte Werte bei Phosphor oder Kali, schränkst du die Kompostgabe ein (LWG 2022).
Für Kübel und Balkonkästen mischst du reifen Kompost bis zu einem Anteil von 30 Prozent unter die Erde (LWG 2022). Den Rest bilden etwa Rindenhumus, Kokosfaser und Blähton oder Perlite. Wie Kompost im Beet ohne Umgraben wirkt, zeigt der Artikel zum No-Dig-Beet.
Komposttee
Komposttee ist ein flüssiger Auszug aus Kompost. Reifer Kompost wird dafür in warmes Wasser gegeben und belüftet, oft mit etwas Gesteinsmehl und Melasse als Futter für die Mikroorganismen (Fick-Haas und Meeder 2021). Der Tee soll ein Vielfaches der Mikroorganismen enthalten, die im Kompost selbst stecken.
Wie gut Komposttee wirkt, ist offen. Eine Literaturstudie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) von 2004 fand Hinweise, dass Kompostextrakte Pilzsporen am Keimen hindern, Krankheitserreger verdrängen und die Abwehr der Pflanze anregen können. Erfolge gab es gegen Apfelschorf, Mehltau und teilweise gegen Kartoffelfäule. Die Ergebnisse waren allerdings teils widersprüchlich, und die Qualität des Tees schwankt stark (Fick-Haas und Meeder 2021). Probier Komposttee gern aus. Verlass dich als Dünger lieber auf den Kompost selbst.
Wurmhumus aus der Wurmkiste
In einer Wurmkiste verarbeiten Kompostwürmer (Eisenia foetida) Küchen- und Gartenreste zusammen mit Bakterien und Pilzen zu nährstoffreichem Humus. Das klappt in der Küche, im Keller oder auf dem Balkon, ganz ohne Garten. Zwei- bis dreimal im Jahr kannst du den Wurmhumus ernten. Wie du eine Wurmkiste anlegst, liest du im Artikel Die eigene Wurmfarm, eine Variante zum Selbstbauen zeigt Abfall zu Dünger machen mit dem Hubus.
Wurmhumus ist fein und gleichmäßig. Er passt als Beimischung in Anzucht- und Topferde oder als kleine Gabe ins Pflanzloch. Für große Beete reicht die Menge aus einer Wurmkiste selten; dafür ist der Gartenkompost da. Wer keine eigene Kiste hat, bekommt Wurmhumus fertig.
Hornspäne
Hornspäne kaufst du fertig. Sie bestehen aus zerkleinertem Horn und sind ein bewährter organische Stickstoffdünger im Hausgarten. Hornmehl enthält je nach Hersteller zehn bis 14 Prozent Stickstoff, meist knapp 13 Prozent (LWG Infoschrift 2202).
Horndünger geben ihren Stickstoff langsam ab, weil das Bodenleben das Horn erst zersetzen muss. Je feiner das Material, desto schneller geht es. Hornmehl ist nach etwa sechs Wochen umgesetzt, grobe Hornspäne brauchen mehrere Monate (LWG Infoschrift 2202). Für schnelle Kulturen wie Radieschen oder Kopfsalat eignet sich deshalb nur Hornmehl. Streust du Horndünger zu Kulturbeginn, versorgt er deine Pflanzen den ganzen Sommer. Später als Ende August solltest du ihn nicht mehr ausbringen (LWG Infoschrift 2202).
Die Gartenakademie nennt für Böden, die schon gut mit Phosphat und Kali versorgt sind, diese Höchstmengen:
| Stickstoffbedarf | Beispiele | Horndünger pro Quadratmeter |
|---|---|---|
| gering | Feldsalat, Radieschen, Kopfsalat, Erbsen, Bohnen, Zwiebeln | bis 50 Gramm, zur Saat oder Pflanzung |
| mittel | Möhren, Spinat, Rote Bete, Rettich, Gurken, Endivien | bis 100 Gramm, zur Saat oder Pflanzung |
| hoch | Tomaten, Kohl, Sellerie, Porree, Kohlrabi, Brokkoli | bis 150 Gramm, halb zur Pflanzung, halb drei bis vier Wochen später |
Quelle: LWG Infoschrift 2202. Bei hohem Humusgehalt und in warmen Lagen kommst du mit weniger aus.
Zum Abmessen eicht die Gartenakademie einen leeren Joghurtbecher: eine abgewogene Menge Dünger hineingeben und die Füllhöhe mit einem wasserfesten Stift markieren. Hornspäne bekommst du unbehandelt bei Rankwerk. Wer lieber auf tierische Dünger verzichtet, findet mit dem Bio-Klee-Dünger eine pflanzliche Alternative; wie er funktioniert, steht im Artikel Bio-Klee-Dünger. Auch lebende Leguminosen holen Stickstoff ins Beet, mehr dazu im Artikel Leguminosen.
Kaffeesatz
Kaffeesatz enthält Stickstoff, Phosphor, Schwefel und Kalium (NABU). Er eignet sich für Pflanzen, die sauren, humosen Boden mögen, etwa Beerensträucher, und für nährstoffhungrige Gemüse wie Tomaten, Gurken und Zucchini (NABU). Regenwürmer fressen ihn gern und arbeiten ihn in den Boden ein.
Feuchter Kaffeesatz schimmelt schnell. Breite ihn deshalb auf einem Teller aus und lass ihn trocknen; so kannst du ihn in einem Gefäß sammeln. Eine Handvoll des trockenen Pulvers streust du in den Wurzelbereich einer Pflanze und arbeitest sie flach ein oder deckst sie mit Erde oder Mulch ab (NABU). Größere Mengen gibst du lieber auf den Kompost (LfU 2012), dort verteilen sie sich mit allem anderen.
Holzasche: nur mit Vorsicht
Holzasche aus dem Kaminofen wirkt auf den ersten Blick wie ein kostenloser Dünger. Sie enthält viel Kalium und Kalzium, dafür kaum Stickstoff (Hessisches Umweltministerium 2025). Fachstellen raten trotzdem zur Zurückhaltung.
Asche reagiert mit einem pH-Wert von elf bis 13 stark alkalisch. Sie wirkt im Boden wie eine Kalkung, verschiebt den pH-Wert und kann Mikroorganismen schädigen (Hessisches Umweltministerium 2025). Bäume nehmen über Jahrzehnte Schadstoffe wie Schwermetalle auf, die sich in der Asche anreichern (Hessisches Umweltministerium 2025). Das Landesamt für Umwelt nennt Holz- und Kohlenasche deshalb bei den Stoffen, die nicht auf den Kompost gehören (LfU 2012). Viele Gartenböden haben zudem ohnehin genug Kali (LWG Infoschrift 2202).
Möchtest du Asche trotzdem nutzen, dann so:
- nur Asche aus unbehandeltem, trockenem Holz, niemals aus Kohle, Briketts, lackiertem oder beschichtetem Holz
- nur kleine Mengen und nur, wenn deine Bodenanalyse Kalimangel zeigt; die RHS nennt als Beispiel etwa 100 Gramm gesiebte Asche auf zehn Liter Jaucheansatz (RHS)
- nie an Pflanzen, die sauren Boden brauchen, etwa Heidelbeeren, Rhododendren oder Kamelien (RHS)
Alles andere entsorgst du ohne Glutreste über den Restmüll (Hessisches Umweltministerium 2025).
Gesteinsmehl und Basaltmehl
Gesteinsmehl ist fein vermahlenes Gestein. Als Urgesteinsmehl kommen vor allem Basalt und Diabas zum Einsatz, teilweise Granit und Gneis (Agrarraum-Lexikon 2026). Basalt ist ein dunkelgraues, fein- bis mittelkörniges Vulkangestein. Es entsteht, wenn Lava aus dem Erdmantel an der Oberfläche rasch abkühlt, und besteht vor allem aus kalziumreichem Plagioklas, Pyroxen und Olivin, dazu Magnetit und etwas Apatit (HLNUG 2009). Basaltsand ist gröber gemahlenes Gestein derselben Art.
Beim Verwittern gibt Gesteinsmehl nach und nach Kieselsäure, Magnesium und Spurenelemente wie Zink, Bor oder Molybdän frei, je nach Gestein teilweise auch Schwermetalle (Agrarraum-Lexikon 2026). Einen nennenswerten Nährstoffgehalt im Sinne eines Düngers hat es nicht. Es gilt als Bodenhilfsstoff, der die Krümelstruktur fördern soll (Agrarraum-Lexikon 2026). Das Julius Kühn-Institut führt Gesteinsmehle bei den Pflanzenstärkungsmitteln auf anorganischer Basis (JKI). Wie stark ein bestimmtes Mehl in deinem Boden wirkt, hängt von Gestein, Mahlfeinheit und Boden ab; je feiner, desto schneller verwittert es.
Im Garten hat Gesteinsmehl drei sinnvolle Einsatzorte. Im Jaucheansatz mildert eine Handvoll den Geruch (BZL 2026). Über den Komposthaufen gestreut, mischt es sich mit dem organischen Material. Als dünner Belag auf dem Beet schadet es nicht. Verlass dich bei Mangelerscheinungen trotzdem nicht darauf; ein Nährstoffmangel lässt sich mit Kompost oder einem gezielten Dünger schneller beheben.
Pflanzenkohle
Pflanzenkohle entsteht, wenn Holz oder andere Pflanzenreste unter Sauerstoffmangel bei 350 bis 1.000 Grad verkohlen (LfL). Sie hat eine riesige innere Oberfläche und bindet Nährstoffe. Deshalb wird sie vor dem Einsatz mit Kompost oder Jauche „aufgeladen“; frische Kohle würde sonst Nährstoffe festhalten, die deinen Pflanzen dann fehlen (LfL). Aufgeladene Kohle mit Kompost ist die Grundlage für Terra-Preta-Erden.
Positive Effekte von Pflanzenkohle wurden vor allem in den Tropen beobachtet. Ein vierjähriger Feldversuch der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft an drei Standorten zeigte dagegen keine Wirkung auf Ertrag und Qualität, auch nicht im Trockenjahr 2015. Die Kohle zersetzte sich zudem schneller als erhofft (LfL). Im Garten bleibt Kompost deshalb die Grundlage. Probierst du Pflanzenkohle aus, nimm kleine Mengen, misch sie gut mit Kompost und achte auf Kohle aus unbehandeltem Holz.
Häufige Fragen
Welchen Dünger kann ich selbst herstellen?
Brennnessel- und Beinwelljauche, Kompost und Wurmhumus machst du ohne Aufwand selbst. Getrockneter Kaffeesatz passt in kleinen Mengen dazu. Für Stickstoff bei Starkzehrern ergänzt du Hornspäne oder einen pflanzlichen Dünger.
Wie verdünne ich Brennnesseljauche?
Zum Gießen einen Teil Jauche auf zehn Teile Wasser, zum Spritzen auf die Blätter einen Teil auf 50 Teile Wasser (BZL 2026). Gieß auf feuchten Boden und spritz nur bei bedecktem Himmel, früh oder abends.
Wie lange hält selbst gemachte Jauche?
In einem abgedeckten, lichtdichten Gefäß an einem kühlen, dunklen Ort einige Wochen (BZL 2026). Komfreyjauche verbrauchst du besser bald (RHS).
Ist Holzasche ein guter Dünger?
Nur in Ausnahmefällen. Sie ist stark alkalisch, kann Schwermetalle enthalten und bringt vor allem Kalium, das viele Gartenböden schon reichlich haben. Nutze höchstens kleine Mengen aus unbehandeltem Holz und nie bei Pflanzen, die sauren Boden brauchen.
Wie viel Kompost brauche ich pro Quadratmeter?
Im Gemüsegarten rund drei Liter pro Quadratmeter und Jahr, bei Starkzehrern bis zu sechs Liter, bei Schwachzehrern ein bis zwei Liter (LWG Infoschrift 2202; LfU 2012).
Kann ich Kaffeesatz direkt ins Beet geben?
Ja, getrocknet und in kleinen Mengen: eine Handvoll pro Pflanze, flach eingearbeitet oder mit Mulch bedeckt (NABU). Größere Mengen kommen auf den Kompost.
Quellen
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Bayerische Gartenakademie: Hinweise zur praktischen Handhabung der Düngung im Gemüsegarten. Infoschrift 2202. https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/infoschriften/063721/index.php
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Bayerische Gartenakademie: Kompostverwendung im Garten. Stand Juli 2022. https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/1204_info_bf.pdf
- Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU): UmweltWissen Praxis: Kompostierung im Garten. Mai 2011, aktualisiert Juni 2012. https://www.lfu.bayern.de/buerger/doc/uw_31_kompostierung_umsetzung.pdf
- Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): Pflanzenjauche: natürlicher Flüssigdünger für den Garten. landwirtschaft.de, aktualisiert 16.04.2026. https://www.landwirtschaft.de/garten/duengung-und-pflanzenschutz/pflanzenjauche-natuerlicher-fluessigduenger-fuer-den-garten
- Verbraucherzentrale NRW: Dünger: natürliche Kraft für Blüten und Früchte. Stand 06.11.2025. https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/umwelt-haushalt/wohnen/duenger-natuerliche-kraft-fuer-blueten-und-fruechte-13643
- NABU: Den Gartenboden richtig düngen. https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/pflege/duengung/24404.html
- NABU: Bio-Dünger aus Kaffeeresten. https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/trends-service/diy-rezepte/kaffeeduenger.html
- Royal Horticultural Society (RHS), Caroline Mazzey: Three ways to use comfrey to feed your plants. https://www.rhs.org.uk/advice/grow-your-own/features/making-comfrey-feed
- Royal Horticultural Society (RHS): Homemade fertilisers. https://www.rhs.org.uk/advice/profile?PID=1208
- Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat: Holzasche als Dünger im Garten: Was Hobbygärtner wissen sollten. VerbraucherFenster Hessen, August 2025. https://verbraucherfenster.hessen.de/freizeit-haushalt/wohnen-garten/holzasche-als-duenger-im-garten-was-hobbygaertner-wissen-sollten
- Fick-Haas, Veronika; Meeder, Karola: Komposttee: was ist das? Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, 09.04.2021. https://www.wochenblatt-dlv.de/feld-stall/pflanzenbau/komposttee-564825
- Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG): Gestein des Jahres 2009: Basalt. https://www.hlnug.de/themen/geologie/geo-info-hessen/gesteine-des-jahres/gestein-des-jahres-2009-basalt
- Baldenhofer, Kurt G.: Gesteinsmehl. Lexikon des Agrarraums, Stand 09.09.2026. https://www.agrarraum.info/lexikon/gesteinsmehl
- Julius Kühn-Institut (JKI): Ökologischer Landbau: Pflanzenstärkungsmittel. https://wissen.julius-kuehn.de/oekologischerlandbau/pflanzenschutz-staerkungsmittel/pflanzenstaerkungsmittel
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): Pflanzenkohle/Biokohle im Ackerbau. https://www.lfl.bayern.de/iab/boden/266039/index.php
- Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH): Genehmigte Grundstoffe für den Pflanzenschutz. Stand Mai 2022. https://www.lksh.de/fileadmin/PDFs/Gartenbau/Genehmigte_Grundstoffe_fuer_den_Pflanzenschutz.pdf