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25. September 2026 · 11 Min. Lesezeit

Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer: Tabelle für Gemüse und Kräuter

Kohl, Kartoffeln und Tomaten brauchen viel Stickstoff, Feldsalat und Bohnen wenig. Die Tabelle zeigt für jede Kultur den Bedarf laut Bayerischer Gartenakademie, klärt Streitfälle wie Spinat und Gurke und hilft bei Düngung und Fruchtfolge.

Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer: Tabelle für Gemüse und Kräuter

Starkzehrer brauchen viel Stickstoff, Schwachzehrer wenig, Mittelzehrer liegen dazwischen. Zu den Starkzehrern gehören Kohl, Kartoffeln, Tomaten, Kürbis, Zucchini, Porree und Knollensellerie. Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate sind Mittelzehrer. Schwachzehrer sind Feldsalat, Radieschen, Zwiebeln, Knoblauch und die meisten Kräuter, dazu Bohnen und Erbsen, die ihren Stickstoff zum großen Teil selbst beschaffen.

Die meisten Listen nennen nur die Gruppe. Wir haben zu jeder Kultur geschrieben, wie viel Stickstoff sie laut Bayerischer Gartenakademie tatsächlich braucht (LWG 2021). So siehst du, ob eine Einordnung knapp ist oder eindeutig, und warum Spinat in einem Gartenbuch als Starkzehrer steht und im nächsten als Schwachzehrer.

Was Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer unterscheidet

„Zehren“ heißt verbrauchen. Gemeint ist vor allem Stickstoff, der Nährstoff, den Gemüse in den größten Mengen aus dem Boden holt und der Blätter, Triebe und Früchte wachsen lässt. Phosphat und Kalium spielen für die Einteilung kaum eine Rolle, weil Gartenböden davon meist mehr als genug haben. In Bayern lagen über 80 Prozent der untersuchten Gartenböden bei Phosphat in den Klassen „hoch“ und „sehr hoch“ (LWG 2021).

Den Stickstoffbedarf gibt die Gartenakademie in Gramm pro Quadratmeter an, gerechnet für eine Kultur von der Saat oder Pflanzung bis zur Ernte. Rosenkohl und Wirsing brauchen 30 Gramm, Feldsalat acht, Meerrettich vier. Daraus ergeben sich die drei Gruppen:

Gruppe

Stickstoffbedarf pro Kultur

Typische Vertreter

Starkzehrer

ab 20 g/m²

Kohl, Kartoffel, Tomate, Kürbis, Zucchini, Porree, Knollensellerie

Mittelzehrer

13 bis 19 g/m²

Möhre, Rote Bete, Spinat, Fenchel, Endivie, Rettich, Freilandgurke

Schwachzehrer

bis 12 g/m²

Feldsalat, Radieschen, Mangold, Spargel, Kräuter, Bohnen, Erbsen

Die Grenzen bei 13 und 20 Gramm haben wir gezogen, eine amtliche Grenze gibt es nicht. Sie passen zu der Einteilung in geringen, mittleren und hohen Stickstoffbedarf, mit der die Gartenakademie in ihrem Düngemerkblatt arbeitet (LWG Merkblatt 2202). Wo das Merkblatt eine Kultur ausdrücklich einordnet, übernehmen wir seine Einstufung. Das betrifft Kopfsalat und Zwiebel, die dort trotz 15 und 13 Gramm beim geringen Bedarf stehen.

Info: Warum Bohnen und Erbsen Schwachzehrer sind. In Stangenbohnen stecken am Ende der Saison 21 Gramm Stickstoff pro Quadratmeter, in Erbsen 16 Gramm (LWG 2021). Einen großen Teil davon holen sie mit Knöllchenbakterien aus der Luft, deshalb genügt ihnen eine kleine Startgabe (LWG Merkblatt 2202). Für die Beetplanung zählen sie zu den Schwachzehrern. Wie die Bakterien an den Wurzeln arbeiten, steht im Artikel über Leguminosen.

Tabelle: Welches Gemüse ist Starkzehrer, Mittelzehrer oder Schwachzehrer?

Die Werte gelten für eine Kultur im Freiland, wenn nichts anderes dabeisteht. Säst du zweimal Salat hintereinander, braucht jeder Satz die angegebene Menge. Kulturen ohne Bedarfswert haben wir nach der Fachliteratur eingeordnet (LKSH; Plantura).

Gemüse

Gruppe

Stickstoff in g/m²

Pflanzenfamilie

Aubergine

Mittelzehrer, unter Glas Starkzehrer

17, unter Glas 27

Nachtschattengewächse

Blumenkohl

Starkzehrer

22

Kreuzblütler

Brokkoli

Starkzehrer

22

Kreuzblütler

Buschbohne

Schwachzehrer

11

Hülsenfrüchtler

Chicorée

Schwachzehrer

12

Korbblütler

Chinakohl

Starkzehrer

21

Kreuzblütler

Dicke Bohne

Schwachzehrer

–

Hülsenfrüchtler

Eissalat, Batavia

Mittelzehrer

14 bis 15

Korbblütler

Endivie

Mittelzehrer

19

Korbblütler

Erbse, Zuckererbse

Schwachzehrer

16

Hülsenfrüchtler

Erdbeere

Mittelzehrer

–

Rosengewächse

Feldsalat

Schwachzehrer

8

Baldriangewächse

Fenchel

Mittelzehrer

18

Doldenblütler

Grünkohl

Starkzehrer

20

Kreuzblütler

Gurke

Mittelzehrer, unter Glas Starkzehrer

19, unter Glas 30

Kürbisgewächse

Kartoffel

Starkzehrer

23

Nachtschattengewächse

Knoblauch

Schwachzehrer

–

Liliengewächse

Knollensellerie

Starkzehrer

20

Doldenblütler

Kohlrabi

Starkzehrer

23

Kreuzblütler

Kopfsalat

Schwachzehrer

15

Korbblütler

Kürbis

Starkzehrer

23

Kürbisgewächse

Mangold

Schwachzehrer

12

Gänsefußgewächse

Meerrettich

Schwachzehrer

4

Kreuzblütler

Melone

Mittelzehrer, unter Glas Starkzehrer

19, unter Glas 30

Kürbisgewächse

Möhre

Mittelzehrer

13

Doldenblütler

Paprika, Chili

Mittelzehrer, unter Glas Starkzehrer

17, unter Glas 27

Nachtschattengewächse

Pastinake

Mittelzehrer

13

Doldenblütler

Petersilienwurzel

Mittelzehrer

13

Doldenblütler

Pflücksalat, Eichblatt, Lollo

Mittelzehrer

13 bis 14

Korbblütler

Porree (Lauch)

Starkzehrer

23

Liliengewächse

Radicchio

Mittelzehrer

14

Korbblütler

Radieschen

Schwachzehrer

9

Kreuzblütler

Rettich

Mittelzehrer

15

Kreuzblütler

Rhabarber

Mittelzehrer

18

Knöterichgewächse

Romanasalat

Mittelzehrer

14

Korbblütler

Rosenkohl

Starkzehrer

30

Kreuzblütler

Rote Bete

Mittelzehrer

16

Gänsefußgewächse

Rotkohl

Starkzehrer

22

Kreuzblütler

Rucola

Mittelzehrer

15

Kreuzblütler

Schwarzwurzel

Mittelzehrer

13

Korbblütler

Spargel

Schwachzehrer

10

Spargelgewächse

Spinat

Mittelzehrer

17

Gänsefußgewächse

Stangenbohne

Schwachzehrer

21

Hülsenfrüchtler

Staudensellerie

Mittelzehrer

16

Doldenblütler

Tomate

Starkzehrer

20, unter Glas 35

Nachtschattengewächse

Weißkohl

Starkzehrer

27

Kreuzblütler

Wirsing

Starkzehrer

30

Kreuzblütler

Zucchini

Starkzehrer

20

Kürbisgewächse

Zuckerhut

Mittelzehrer

16

Korbblütler

Zuckermais

Mittelzehrer

16

Süßgräser

Zwiebel

Schwachzehrer

13

Liliengewächse

Stickstoffwerte: LWG 2021, Tabelle 10. Porree, Zwiebel und Knoblauch zählen Botaniker:innen heute zu den Amaryllisgewächsen; in Gartenbüchern und in der Fruchtfolgeplanung laufen sie meist unter Liliengewächsen.

Kräuter

Für ein gemischtes Kräuterbeet rechnet die Gartenakademie mit zwölf Gramm Stickstoff pro Quadratmeter und Jahr (LWG 2021). Als Gruppe sind Kräuter damit Schwachzehrer. Thymian, Rosmarin, Salbei, Oregano und Lavendel kommen mit magerem, trockenem Boden aus. Einzelne Bedarfswerte gibt es für Kräuter nicht, die Tabelle folgt der Fachliteratur (Plantura). Basilikum steht dort mal bei den Mittel-, mal bei den Starkzehrern; wir führen es als Mittelzehrer.

Kraut

Gruppe

Basilikum

Mittelzehrer

Bohnenkraut

Schwachzehrer

Dill

Schwachzehrer

Kerbel

Schwachzehrer

Koriander

Schwachzehrer

Kresse

Schwachzehrer

Lavendel

Schwachzehrer

Oregano

Schwachzehrer

Petersilie

Schwachzehrer

Rosmarin

Schwachzehrer

Salbei

Schwachzehrer

Schnittlauch

Schwachzehrer

Thymian

Schwachzehrer

Streitfälle: Warum Listen sich widersprechen

Bei einigen Kulturen findest du in jedem Gartenbuch eine andere Einstufung. Die Bedarfswerte zeigen, woran das liegt.

Spinat ist ein Mittelzehrer

Spinat braucht 17 Gramm Stickstoff pro Quadratmeter und liegt damit mitten in der Gruppe der Mittelzehrer (LWG 2021). Das Düngemerkblatt der Gartenakademie führt ihn ebenfalls beim mittleren Bedarf. Er wächst schnell und nimmt seinen Stickstoff in wenigen Wochen auf, deshalb gibst du die ganze Menge gleich zur Saat.

Bohnen und Erbsen sind Schwachzehrer

Nach dem reinen Bedarfswert wäre die Stangenbohne mit 21 Gramm ein Starkzehrer. Weil Bohnen und Erbsen den Stickstoff zum großen Teil selbst aus der Luft binden, stehen sie im Düngemerkblatt beim geringen Bedarf (LWG Merkblatt 2202). Buschbohnen kommen mit elf Gramm aus. Nach Bohnen oder Erbsen bleibt im Beet Wurzelmasse mit Stickstoff zurück, die der Folgekultur zugutekommt.

Gurke, Paprika und Aubergine: im Freiland Mittel-, unter Glas Starkzehrer

Die meisten Listen führen diese drei als Starkzehrer. Für das Gewächshaus stimmt das. Dort braucht eine Gurke 30 Gramm, Paprika und Aubergine 27 Gramm. Im Freiland sind es 19 und 17 Gramm, also Mittelzehrer (LWG 2021). Die Gartenakademie ordnet die Gurke in ihrem Merkblatt ebenfalls beim mittleren Bedarf ein. Tomaten bleiben in beiden Fällen Starkzehrer, im Freiland mit 20 Gramm, unter Glas mit 35.

Kohlrabi und Knollensellerie sind Starkzehrer

Kohlrabi steht in vielen Listen bei den Mittelzehrern. Selbst die Gartenakademie ordnet ihn in ihrem Merkblatt einmal beim hohen und einmal beim mittleren Bedarf ein (LWG Merkblatt 2202). Mit 23 Gramm Stickstoff gehört er nach dem Bedarfswert klar zu den Starkzehrern. Knollensellerie braucht 20 Gramm und steht im Merkblatt beim hohen Bedarf.

Kopfsalat und Zwiebel sind Schwachzehrer

Kopfsalat braucht 15 Gramm, Zwiebeln 13 (LWG 2021). Beide stehen im Merkblatt trotzdem beim geringen Bedarf. Kopfsalat ist eine kurze Kultur von vier bis acht Wochen (LWG Merkblatt 2202), in dieser Zeit deckt ein humusreicher Boden einen guten Teil aus seinem eigenen Vorrat. Eissalat und Endivie führt das Merkblatt beim mittleren Bedarf.

Mangold, Spargel und Zuckermais brauchen weniger als ihr Ruf

Mangold steht oft bei den Mittelzehrern, Spargel und Zuckermais bei den Starkzehrern. Die Gartenakademie setzt Mangold mit zwölf, Spargel mit zehn und Zuckermais mit 16 Gramm an (LWG 2021). Mangold und Spargel sind damit Schwachzehrer, Zuckermais ist ein Mittelzehrer.

So düngst du Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer

Bevor du düngst, lohnt ein Blick auf den Boden. Aus dem Humus wird laufend Stickstoff frei: Bei 1,5 Prozent Humus sind es rund vier Gramm pro Quadratmeter und Jahr, bei vier bis acht Prozent über elf Gramm (LWG Merkblatt 2202). Ein dunkler, humusreicher Boden deckt den Bedarf der Schwachzehrer damit fast allein. Liegt der Humusgehalt über vier Prozent, genügt im Frühjahr eine leichte Startgabe, und Kulturen mit geringem und mittlerem Bedarf brauchen im Sommer keinen weiteren Stickstoff. Den Humusgehalt misst ein Bodenlabor, die Gartenakademie empfiehlt das alle sechs bis zehn Jahre.

Kompost ist die Grundlage für jedes Beet, als Stickstoffquelle reicht er nicht. Drei Liter pro Quadratmeter und Jahr decken den Bedarf an Phosphat ganz und an Kalium weitgehend (LWG Merkblatt 2202). Stickstoff werden daraus im selben Jahr nur rund zwei Gramm verfügbar (LWG 2021). Wie viel Kompost auf welches Beet gehört, steht im Artikel Humus aufbauen.

Den Stickstoff für Stark- und Mittelzehrer ergänzt du gezielt, zum Beispiel mit Horndünger. Für Böden, die gut mit Phosphat und Kalium versorgt sind, nennt die Gartenakademie diese Höchstmengen, zusätzlich zu drei Litern Kompost:

Gruppe

Horndünger pro m² und Kultur

Wann

Schwachzehrer

bis 50 g

alles zur Saat oder Pflanzung leicht einarbeiten

Mittelzehrer

bis 100 g

alles zur Saat oder Pflanzung leicht einarbeiten

Starkzehrer

bis 150 g

die Hälfte zur Pflanzung, die andere Hälfte drei bis vier Wochen später

Quelle: LWG Merkblatt 2202

Hornmehl setzt seinen Stickstoff in etwa sechs Wochen frei, grobe Hornspäne brauchen mehrere Monate. Für schnelle Kulturen wie Radieschen oder Kopfsalat taugt deshalb nur Hornmehl. Nach Ende August kommt kein Horndünger mehr ins Beet, auch nicht für Herbstkulturen. Feldsalat und Radieschen, die du im Spätsommer säst, brauchen meist gar keinen Dünger (LWG Merkblatt 2202). Wer lieber selbst ansetzt: Brennnesseljauche liefert vor allem Stickstoff und passt zu Starkzehrern im Frühsommer, das Rezept steht in Dünger selbst herstellen.

Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer in der Fruchtfolge

In der klassischen Fruchtfolge wandert jedes Beet durch eine feste Reihenfolge: erst Starkzehrer, dann Mittelzehrer, dann Schwachzehrer, danach ein Jahr Gründüngung. So nutzen die Folgekulturen, was die Starkzehrer an Dünger übrig lassen (Plantura). Teilst du deinen Gemüsegarten in vier gleich große Beete, steht jede Gruppe jedes Jahr auf einem anderen Beet.

Mindestens so wichtig wie der Nährstoffbedarf ist die Pflanzenfamilie. Viele Krankheitserreger und Schädlinge im Boden sind auf eine Familie spezialisiert und vermehren sich, wenn sie Jahr für Jahr dieselben Wirtspflanzen finden (LKSH). Der Zehrer-Rhythmus allein schützt davor nicht. Radieschen nach Kohl passt nach der Zehrer-Regel, beide sind aber Kreuzblütler.

Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein nennt diese Anbaupausen (LKSH):

  • Dieselbe Gemüseart kommt frühestens nach drei Jahren Pause wieder aufs selbe Beet.

  • Kreuzblütler wie Kohl, Radieschen oder Senf nur alle vier Jahre. Ist Kohlhernie aufgetreten, mindestens sieben Jahre Pause und den Boden kalken.

  • Erbsen nur alle sechs bis sieben Jahre, weil der Erreger der Fußkrankheit bis zu 20 Jahre im Boden überdauert.

Die folgende Übersicht zeigt, dass eine Familie oft alle drei Gruppen umfasst. Plane deshalb immer beides: Gruppe und Familie.

Familie

Starkzehrer

Mittelzehrer

Schwachzehrer

Kreuzblütler

Kohl, Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Chinakohl

Rettich, Rucola

Radieschen, Meerrettich

Nachtschattengewächse

Kartoffel, Tomate

Paprika, Aubergine im Freiland

–

Kürbisgewächse

Kürbis, Zucchini

Gurke, Melone im Freiland

–

Doldenblütler

Knollensellerie

Möhre, Pastinake, Fenchel, Staudensellerie

Dill

Gänsefußgewächse

–

Spinat, Rote Bete

Mangold

Korbblütler

–

Endivie, Eissalat, Radicchio, Schwarzwurzel

Kopfsalat, Chicorée

Liliengewächse

Porree

–

Zwiebel, Knoblauch, Schnittlauch

Hülsenfrüchtler

–

–

Bohnen, Erbsen, Dicke Bohnen

Baldriangewächse

–

–

Feldsalat

Ein Beispiel für ein Beet über vier Jahre: Kartoffeln als Starkzehrer, im Jahr darauf Rote Bete als Mittelzehrer, dann Erbsen als Schwachzehrer, im vierten Jahr Phacelia als Gründüngung. Jede Kultur stammt aus einer anderen Familie, und Phacelia ist mit keinem Gemüse verwandt (LKSH). Mehr zu Gründüngung und Folgekulturen findest du im Artikel Mischkultur und Fruchtfolge.

Starkzehrer und Schwachzehrer in einem Beet

Auf einem Beet dürfen Kulturen verschiedener Gruppen nebeneinanderstehen, zum Beispiel Kohl mit einer Reihe Salat am Rand. Die Düngung richtest du dann nach dem Starkzehrer und gibst sie an seine Pflanzstellen. Welche Nachbarn sich vertragen und welche nicht, zeigt unsere Mischkulturtabelle. Eine Nachbarschaft solltest du auf jeden Fall meiden: Kartoffeln und Tomaten nebeneinander. Beide werden von der Kraut- und Knollenfäule befallen, und der Pilz springt leicht von einer Kultur auf die andere (LKSH).

Starkzehrer im Hochbeet

Ein frisch befülltes Hochbeet steckt voller Nährstoffe. Im ersten Jahr gehören deshalb Starkzehrer hinein, im zweiten Mittelzehrer, im dritten Schwachzehrer. Danach füllst du Erde und Kompost nach und beginnst von vorn (Plantura). Die Familienregel gilt im Hochbeet genauso: Tomaten, Kohl oder Zucchini im ersten Jahr, im Jahr darauf keine Kultur aus derselben Familie.

Häufige Fragen

Sind Bohnen Starkzehrer?

Nein. Buschbohnen, Stangenbohnen und Erbsen sind Schwachzehrer, weil sie ihren Stickstoff mit Knöllchenbakterien zum großen Teil aus der Luft holen. Eine kleine Startgabe genügt.

Ist Spinat ein Starkzehrer oder ein Schwachzehrer?

Weder noch, Spinat ist ein Mittelzehrer. Er braucht 17 Gramm Stickstoff pro Quadratmeter.

Sind Kartoffeln Starkzehrer?

Ja. Kartoffeln brauchen 23 Gramm Stickstoff pro Quadratmeter. Wie du sie düngst, pflanzt und erntest, steht in Kartoffeln anbauen.

Ist Paprika ein Starkzehrer?

Im Gewächshaus ja, dort braucht Paprika 27 Gramm Stickstoff. Im Freiland sind es 17 Gramm, damit ist sie dort ein Mittelzehrer.

Sind Tomaten, Gurken und Zucchini Starkzehrer?

Tomaten und Zucchini ja, mit je 20 Gramm im Freiland. Die Freilandgurke liegt mit 19 Gramm knapp darunter und gilt als Mittelzehrer, im Gewächshaus braucht sie 30 Gramm.

Ist Basilikum ein Starkzehrer?

In Gartenbüchern steht Basilikum mal bei den Mittel-, mal bei den Starkzehrern, einen Bedarfswert gibt es nicht. Wir führen es als Mittelzehrer. Im Topf ist der Vorrat an Nährstoffen schneller aufgebraucht als im Beet, dort braucht es regelmäßig Nachschub.

Was pflanze ich nach Starkzehrern?

Im Folgejahr einen Mittelzehrer aus einer anderen Familie, zum Beispiel Rote Bete nach Kartoffeln. Im selben Jahr passt nach früh geernteten Starkzehrern Feldsalat, er braucht im Spätsommer meist keinen Dünger.

Wie viel Dünger brauchen Starkzehrer?

Auf gut versorgten Gartenböden höchstens 150 Gramm Horndünger pro Quadratmeter, aufgeteilt auf zwei Gaben, dazu drei Liter Kompost. Auf humusreichen Böden reicht weniger.

Quellen

  • Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG): Düngung im Garten. In fünf Schritten zur erfolgreichen Düngung. Veitshöchheimer Bericht 189, 3. überarbeitete Auflage 2021. Stickstoffwerte in Tabelle 10, berechnet nach Röber und Schacht 2008, Krug et al. 2003, Fritz et al. 1989. hswt.de

  • Bayerische Gartenakademie (LWG): Hinweise zur praktischen Handhabung der Düngung im Gemüsegarten. Merkblatt 2202. lwg.bayern.de

  • Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH): Fruchtfolge im Garten. lksh.de

  • Plantura: Starkzehrer, Mittelzehrer & Schwachzehrer. plantura.garden